Angekommen auf dem Boden der Tatsachen.


Sonntag der 17.02.2019 – Narva gegen TuS Hellersdorf. Nach Weihnachten, Neujahr und Spielplan bedingten Ausfallzeiten hat sich die Winterpause auf nun mehr 2 Monate erstreckt.
Diese Phase wird von allen Teams unterschiedlich interpretiert. Sehen manche hier die Chance an der eigenen Leistung nachzujustieren und einen tiefen Atemzug zu nehmen bevor man in die zweite Saisonhälfte springt, sind andere unglücklich über die Unterbrechung weil sie den eigenen Lauf unterbricht und möglicherweise den vorhandenen Rhythmus stört. Ungeachtet der eigenen Sicht auf die Dinge mussten wir die Situation annehmen. Leider taten wir dies nicht wie es sich der Trainer und jeder einzelne vorgestellt haben. Die Trainingsbeteiligung war zu Jahresbeginn nicht optimal (lies: katastrophal). Ob Arbeit, Familie, Krankheit oder Verletzungen irgendetwas hat immer verhindert, dass in akzeptabler Mannstärke trainiert werden konnte.
Dementsprechend sahen auch die beiden Trainingsspiele gegen die Handballfreunde Pankow und die SG AC/Eintracht von nebenan aus.
Offensiv konnte der Fluss trotz spürbar vermehrter Fehler noch aufrecht erhalten werden. Defensiv allerdings fiel man teilweise völlig auseinander und hatte damit zu kämpfen die beiden Landesligisten auf Abstand zu halten.
Schlechte Vorzeichen für das Derby gegen die SG aus dem Friedrichshain, zumal der Krankenstand mit Schubert, Fentz und Wenzel N. uns an empfindlichen Stellen traf.
Heiß und motiviert waren wir dennoch, niemand mag es ein Derby nicht zu gewinnen und schon gar nicht gegen seinen ehemaligen Coach.

Anpfiff!
Beide Teams kennen sich gut und so ging es über die schnelle 3:0 Führung für die Gastgeber zum 3:3 nach 9 Minuten.
Spätestens jetzt waren beide Mannschaften voll im Spiel angekommen.
Dem starken Buchwald konnten Basler und Muth ein ums andere Mal antworten und so pendelte das Ergebnis immer zwischen einem und drei Tore Führung für die SG.
Mit einem Tor in Überzahl konnten wir zur Halbzeit auf 14:12 verkürzen und gingen mit einer guten Ausgangslage in die Kabine.

Wir waren da. Zwar konnten zu keinem Zeitpunkt des Spiels in Führung gehen, aber für die zuvor geschilderte Gesamtsituation war die Leistung bis hierhin durchaus zufriedenstellend.
Die Abwehr funktionierte weitestgehend und vorne fand man, wenn auch erschwert, immer wieder Lücken. Das Milchmädchen rechnet vor: noch so eine Halbzeit nur ein bisschen besser und hier kann heute was gehen.

Aber nein. Die zweite Halbzeit wird, weil sie es nicht anders verdient hat, abgekürzt.
Diese zweite Halbzeit war eine Implosion und die bis dahin schlechteste Halbzeit dieser Saison.
22:12 ist in dieser Form indiskutabel und hat uns schmerzlich den Spiegel für die vergangenen Wochen vorgehalten.

Zusammenfassung: Wir können eine Halbzeit zumindest dranbleiben. In der Zweiten sind dann keinerlei defensive Automatismen da, keinerlei individuelle Verteidigungsarbeit und kein Wille den Extraschritt zu gehen um dem Nebenmann zu helfen. Wir verlieren dieses Spiel gegen einen heute viel besseren Gegner in einer nicht akzeptablen Art und Weise. Was niemals sein darf ist, dass in einer so erfahrenen Mannschaft zwei Führungsspieler vorangehen und sich alle anderen wegducken. Der Führung der gewohnt starken Basler und Muth konnten die anderen Spieler nicht folgen und so ist es nicht verwunderlich, dass man dem tiefen und spielerisch guten Kader der Narvaristi nichts entgegenzusetzen hatte.
Vielleicht kann uns dieses Spiel ein Warnschuss früh in der Rückrunde sein. Wir müssen wieder mehr an uns arbeiten um wieder ein Level zu erreichen das uns konkurrenzfähig macht.
In dieser Saison kann zwar niemand absteigen, aber mit einer Leistung wie in der zweiten Halbzeit müssen wir darüber fast froh sein.

Tore: Basler (6/3), Muth (5), Plotka (4), Grätz (3), Löprick (3), Zenker (2), Geißhardt (1), Zielke (1)