Manchmal biste der Hund und manchmal biste der Baum.


Sonntag der 09.12.2018. Der 2.Advent. Ein Tag der Familie und der Besinnlichkeit. Deswegen fuhr die Familie auch geschlossen zum Sport am Vorabend nach Schöneberg um dort 18:00 der zweiten Vertretung der großen SG OSF den Adventskranz zu stibitzen.
Die Halle in der Pallasstraße war den meisten Teilnehmern zwar unbekannt, wir waren trotzdem begeistert. Das Parkett war griffig und die gläsernen Kabinen boten Raum für den ein oder anderen unanständigen Herrenwitz. Ob die architektonische Notwendigkeit dieser bemerkenswerten Konstruktion für eine Grundschule zwingend notwendig war vermochten wir nicht abschließend zu klären. Dafür konnte eine kurze Recherche allerdings klären wofür die unzähligen Kringel-Markierungen überall auf dem Hallenboden zu gebrauchen sind: Rollkunstlauf. Na dann prost.
Wir reisten als Tabellenzweiter an und hatten in keinster Weise vor diesem Anspruch hier nicht gerecht zu werden. Die Schöneberger kamen anfangs leicht stotternd in die Saison, haben sich aber gefangen und erzielten zuletzt beachtliche Erfolge. Neben den Rekonvaleszenten Leon und Fentzi mussten wir heute leider auf Lars verzichten (Arbeit) und zum Glück auf Basler, der ist nämlich wenige Tage zuvor Vater geworden und verbrachte die erste Woche standesgemäß zu dritt mit seiner anderen Familie.Glückwunsch, nichts als Gesundheit und Spaß zu diesem bedeutenden Lebensabschnitt nochmal an dieser Stelle.

Anpfiff!
Ein Hauch von Spitzenspiel lag in der Luft. Wie bereits erwähnt wollten wir hier unsere Erfolgsgeschichte weiter schreiben, aber zu unserem Pech hatte OSF eine ähnliche Motivation und so egalisierten sich beide Teams zu Anfangs.
Das erste Tor viel nach mehr als 3 Minuten für die Schöneberger. Manu gelang der Ausgleich, aber Trainer Winkhoff sah, dass die Offensive so gar nicht ins Spiel finden wollte und brachte Löprick für Halbrechts nach 5 Minuten und einem Stand von 3:1 gegen uns. Gute Entscheidung. Denn nun kam von allen Rückraumpositionen Torgefahr und beide Teams konnten sich über ihre sichere Abwehr auf Augenhöhe begegnen. Beim 8:7 in der 23 Minute kam die Auszeit. Die Abwehr steht gut, vorne hängts. Also noch einmal mehr hingucken, wenn man frei abschließen kann. Mit dem zweiten sieht man ja bekanntlich besser. Das funktionierte in kleinen Teilen. Beim Stand von 9:10 konnten wir in Führung gehen und die Spannung aus den restlichen Zeilen zu nehmen, es war unsere einzige Führung an diesem Wochenende. Mit 11:10 ging es in die Halbzeit.

Wir konnten nicht so recht zufrieden sein. Schöneberg war der erwartet unangenehme und konsequente Gegner, aber wir kamen nicht aus dem Gefühl heraus, dass wir es hier liegen lassen.
Das Torekonto spricht für eine gute Defensive, gleichzeitig aber eben auch für eine mangelhafte Ausführung am anderen Ende des Parketts.
Uns fehlte die Tiefe in den Aktionen, die Bereitschaft dahin zugehen wo es weh tut und dies dann auch für Strafen erkenntlich zumachen. Und ja, auch den ein oder anderen Freien haben wir mehr als üblich liegen gelassen.

Manchmal bewirkt so eine Halbzeit ja wirklich wunder. Ein Team findet den Schalter,zündet den Turbo, kommt raus wie die Feuerwehr und zieht so noch mal richtig an. Nun ja, manchmal. Heute war das ausdrücklich nicht so.Die zweite Halbzeit beginnt und verläuft wie die erste. Der Spielstand hält sich Konsequent bei einem vor für OSF und wir schaffen es nicht die Oberhand zu gewinnen. 18:15 dann nach 46Minuten, dann die erste Drei-Tore-Führung des Spiels. Schubert verkürzt im Anschluss gewohnt sicher von der Linie zum 19:17. Hier bricht aber das Spiel für uns.
Wir sind vorn zu ungeduldig und weiterhin zu wenig Konsequent. Bekommen auf einmal auch schnelle Gegentore und hadern mit den Unpartaiischen. Angeführt vom speziell in dieser Phase angeführten Steiner lief es über 21:17, 22:18 zu einem 25:19 nach 54 Minuten. Vorbei. Wir waren an diesem Tag, gegen diesen Gegner nicht mehr in der Lage zurück in ein Spiel zu kommen in dem böse Zungen sagen könnten, wir waren nie drin. Die restlichen 6 Minuten sind Ergebniskosmetik und das Spiel über die Bühne bringen. 27:22 steht es bei Abpfiff.

Zusammenfassung:Die Niederlage ist auch in dieser Höhe völlig verdient.
Wir spielen seit Wochen guten und erfolgreichen Handball. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die Liga wahnsinnig ausgeglichen ist. Es gibt in dieser Saison nicht die Preußens oder Spandaus vergangener Jahre, die mit wehenden Fahnen jedes Spiel im vorbeigehen gewinnen. Viele Teams haben eine Platzierung an der Tabellenspitze in Aussicht und wollen dafür selbstredend alles geben.
Wir waren heute einfach nicht gut. Nicht gut genug als Tabellenzweiter und nicht gut genug für diesen Gegner. Das ist unerfreulich, passiert aber auch einfach mal. Wir werden an uns arbeiten und am kommenden Sonntag gegen BTV 1850 passend reagieren.

Tore: Schubert (7/4), Löprick (6),Wenzel, N., (3), Zielke (3), Teske (2), Muth (1)