Und täglich grüßt der Vanilla-Chai-Latte

2 Spiele innerhalb einer Woche gegen den gleichen Gegner kennen wir sonst nur aus dem Fernseher.
Am vergangenen Sonntag unterlagen wir in Neukölln beim Pokal-Topspiel der 2.Runde noch in der Höhe eindeutig und in der Leistung verdient.
An diesem Sonntag sollte es die gleiche Paarung erneut geben, nur die Vereinsnamen wechselten auf dem Spielberichtsbogen die Seiten.
Mit dem Wissen um die Stärken und Schwächen der HSG (und unserer eigenen) aus der Vorwoche, nahmen wir uns vor dieses Rückspiel positiver zu gestalten. Ging es doch um nicht weniger als unseren bislang guten Saisonstart zu bestätigen.
Personell hatten wir mit Leon und Plotka zwei Handpatienten zu beklagen und mussten auf sie verzichten. So etwas passiert, wenn man den Pokal-Fight wörtlich nimmt.
Sei es drum. Die Bank war besetzt, die Halle gut gefüllt und die Spiellaune spürbar ausgeprägter als zuvor.

Mit kurzer Verspätung aufgrund technischer Probleme wurde die Partie angepfiffen.

Von Beginn an attestierte der fachkundige Spielerpapa: „eene leeichte Überlejenheeit für die Grünen“.
Wir waren im Defensivverbund überaus engagiert und hielten so gegen die körperlich überlegenen Gäste gegen. Im Angriff gelang uns immer wieder der Durchbruch, nur die Chancen wollten nicht genutzt werden. Das Hauptproblem im Pokalspiel war eindeutig die Chancenverwertung, die sich mit einem gut aufgelegten Gästekeeper paarte. Eigentlich wollten wir diesen Mangel abstellen, aber eigentlich ist eigentlich ein scheiß Wort.
Nach einem akustisch nachdrücklichen Appell durch Trainer Winkhoff an die Lehren der Vergangenheit fand die Mannschaft ihren Wurfrhythmus und auch offensiv ins Spiel.
Über die Zwischenstationen 0:1, 2:2 und 4:4 schenkten sich die Kontrahenten in den ersten 10 Minuten nichts und das Spiel verlief identisch zum gleichen Zeitraum des Pokalspiels.
Dann begann der Beton so langsam anzuziehen. Die Offensivbemühungen rund um die Sportfreunde Dolata und Frimpong sollten zusehends genau das bleiben, Bemühungen. Nach 3 schnellen Toren durch Zielke, Basler und Wenzel kam beim Stand von 7:4 nach 15 Minuten die Auszeit für Neukölln. Wir konnten nicht viel negatives Ansprechen, also blieb der Coach dabei die Konzentration hoch zu halten. Das sollte nachdrücklich fruchten. Den Gästen gelangen noch 4 Tore bis zur Halbzeit. Neukölln war sichtlich genervt und die 1. Halbzeit gipfelte in einer Roten Karte für Hr. Dolata nach Textilvergehen und anschließender ausdrücklicher Missstimmung über diese Entscheidung. Mit 14:8 ging es in die Kabine.

Die Stimmung war gut, aber ein Spiel wird nicht in den ersten 30 Minuten gewonnen. Defensiv spielten wir eine sehr gute Halbzeit, offensiv konnten nur die ersten 10 Minuten angemahnt werden. Also hieß es, wie schon in der Auszeit, weiter so.

Und es ging weiter so. Wir kamen aus der Halbzeit als hätte es sie nicht gegeben. Hinten griffig und vorne erfolgreich.
Beim Blick auf die Anzeigetafel in Minute 42 und einem Stand von 21:10 macht der Autor einen Schnitt.
Die letzten 20 Minuten der 2.Halbzeit waren ein Spiegelbild der 1.Halbzeit. Nur eben anders herum. Wie in einem Spiegel eben. Unser Spiel erlitt einen Bruch. Wir schonten Leistungsträger und gaben Spielern die Chance, die sonst in der zweiten Reihe stehen. Fehlende Spiel- und Trainingspraxis lies die Selbstverständlichkeiten in Angriff und Abwehr schwinden. Gleichzeitig stellte Neukölln auf eine Offensivvariante mit 2 Kreisspielern um, gegen die wir nur schwer Zugriff bekamen. Wir ließen hinten den Gegner ein ums andere Mal gewähren und fanden vorn keine Lösungen mehr. Der Schlusslauf der Gäste kam aber trotz allem zu spät. Abpfiff. Entstand : 25:21.

Zusammenfassung: Das Phrasenschwein ist satt. Wir haben aus dem Pokalspiel gelernt und waren frischer, aggressiver und geiler auf dieses Spiel als vor einer Woche. Wir haben das Geschehen über 40 Minuten bestimmt und ließen dem Gegner nur wenige Chancen dieses Spiel in seine Richtung zu lenken. Nach 40 Minuten kam der Bruch. Vielleicht verständlich, vielleicht ist vielleicht aber auch ein scheiß Wort. Wir dürfen in so einem Spiel keinen Zweifel daran lassen, dass wir hier als Sieger vom Platz gehen. Dann hat der Spielerpapa auch seine Ruhe: „Ick dachte escht dit jeht noch in die Hose.“.
Fragt aber am Ende niemand mehr nach. 8:2 Punkte sind nach 5 Spielen bereits 2 Pluspunkte mehr als in der ganzen letztjährigen Hinrunde. Wir sind gut drauf, das Team funktioniert und hat absolut keinen Bock nicht weiter zu gewinnen.

An dieser Stelle auch ein Wort der Wertschätzung für die HSG Neukölln. Sie haben sich bei 11 Toren Rückstand 18 Minuten vor Schluss niemals aufgegeben. Das zeugt von Größe und Moral und einer funktionierenden Truppe. Zudem waren beide Spiele hart, aber niemals unfair. Der Autor zumindest freut sich auf das Rückspiel.
Lobende Zeilen auch für die Schiedsrichter. Beide Partien wurden souverän und in der Regelauslegung stets Konsistent geleitet. Viel mehr kann man als Sportler nicht wollen.

Tore: Basler (8/5), Wenzel, N. (4), Schubert (3), Zielke (2), Löprick (2), Geisshardt (1), Muth (1), Wenzel, T. (1), Lars (1)