1. Männer mit Glanzleistung – Kantersieg gegen VfL Lichtenrade

Die 1. Männer spielt sich im letzten Heimspiel der Saison in einen kleinen Rausch und besiegt nach einer formidablen Leistung den VfL Lichtenrade auch in der Höhe völlig verdient mit 30:21 (17:12).

Es waren turbulente Wochen für alle, die mit dem Aushängeschild des Vereins mitfiebern. Durch 3 unnötige Niederlagen hatte man sich im März wieder näher an die Abstiegszone manövriert, die noch dazu bis zuletzt nicht ganz definierbar war. Durch das laufende Verfahren gegen den HC Empor Rostock in der 3. Liga hätte es unter Umständen sein können, dass es unter ganz schlechten Umständen 3 Absteiger aus der diesjährigen Verbandsliga gegeben hätte.
Vor Wochenfrist ergatterte sich die 1. Männer dann einen, im Hinblick auf den wieder erstarkten PSV Berlin, ganz wichtigen Punkt beim BTV 1850, als man innerhalb von 60 Sekunden einen 3 Tore Rückstand egalisierte. Dann folgte die Nachricht, dass Rostock in der 3. Liga bleiben würde und aus potenziellen 3 Absteigern, war somit nur noch ein Regelabsteiger geworden, da zusätzlich auch die Sp.Vg. Blau-Weiß 1890 als Tabellenzweiter in die Oberliga aufsteigen wollte.

Wie jedes Jahr also eine hektische Rechnerei und die Erfahrung zeigt, dass es meist nicht ganz so schlimm kommt,wie befürchtet. Insofern konnte die Mannschaft am gestrigen Sonntag völlig frei aufspielen und wollte sich mit einem Sieg vom heimischen Publikum verabschieden. Dazu kämpfte der VfL Lichtenrade auch noch um den aufstiegsberechtigenden 2. Platz und wir wollten natürlich hier sportlich fair die Saison zu Ende bringen.

Gut eingestellt auf das exzessive Kreisspiel der Gäste legten die Männer um Kapitän Schubert auch direkt los wie die Feuerwehr. Teske stellte mit einem Doppelschlag auf 2:0 bevor Gäste-Coach Krai seine legendäre frühe Auszeit zog. Unbeeindruckt setzte die Mannschaft den Sturmlauf fort und ließ sich auch von der erwarteten 4:2 Deckung nicht aus dem Konzept bringen. Immer wieder generierte man freie Wurfchancen, die zumeist auch hochprozentig genutzt wurden. In der Defensive stand man anfangs sehr stabil (7:3 in der 15. Spielminute), musste aber im Laufe der 1. Halbzeit immer wieder auch durch individuelle Fehler verursachte Gegentreffer hinnehmen. Bezeichnend zum Beispiel der direkte Freiwurftreffer, den man mit Pausenpfiff auf Grund mangelnder Blockarbeit und nicht ganz optimalem Stellungsspiel im Tor kassierte. So hatte man bei 17:12 zur Pause zwar ein gutes, aber keineswegs beruhigendes Polster zwischen sich und die Gäste gebracht.

Auch Abschnitt zwei begann zunächst so, dass der eine oder andere Spieler-Vater zunächst kurz die Halle auf Grund sich anbahnender Spannung verlassen musste. Zwei schnelle Lichtenrader-Treffer (17:14, 32. Spielminute) ließen eine Aufholjagd befürchten, doch was folgte war eine Sternstunde eines Mannes, der diesem Verein schon viele Sternstunden gegeben hatte. Suchantke, heute mit seinem letzten Heimspiel im TuS-Trikot (Karriereende nach der Saison) hatte nun gar keine Lust mehr auf Spannung und vereitelte in den nächsten 15 Minuten jegliche Torchance, die sich den Gästen bot. Ob Konter, ob freier Wurf vom Kreis oder außen, es wurde alles stilsicher entschärft. Seine Vorderleute ließen sich dazu nicht zweimal bitten und ließen einen krachenden 8:0 Lauf über 17:14 und 20:14 auf 25:14 (46. Spielminute) folgen.

Das Spiel war nach menschlichem Ermessen erledigt und so ließ man die Zügel etwas lockerer und gestattete auch den über die Saison viel beanspruchten Akteuren die verdienten Pausen. In der Abwehr wurde trotz der einen oder anderen ungewohnten Konstellation hervorragend die Vorgaben aus der Halbzeitpause und der Spielbesprechung vor dem Spiel umgesetzt, so dass die Gäste für jedes Tor hart arbeiten mussten und im gesamten Abschnitt zwei nur noch 9 Tore erzielten. Nach 60 Minuten war der letzte Heimsieg der Saison dann beim 30:21 eingetütet.

Schön, dass ein solch runder Abschluss der Heimsaison gelang. Vor allem im Hinblick auf die doch überraschenden Ergebnisse in anderen Hallen und die Siege von PSV und Neukölln, war das ein überaus wichtiger Sieg, konnte man doch somit den 9. Tabellenplatz halten. Die oben erläuterte Abstiegsregelung führt zwar dazu, dass eigentlich alles entschieden ist, doch die Mannschaft möchte die Saison natürlich auf dem bestmöglichen Tabellenplatz beenden.

Zum Spiel an sich bleibt nicht viel zu sagen. Einfach eine komplette Leistung, die man da den zahlreich erschienenen Fans auf die Platte zauberte. Und sicherlich ein schöner Heim-Abschluss für Trainer Haude, der den TuS zum Saisonende Richtung SG NARVA verlässt und vor allem für Suchantke, der sein großartiges Können noch einmal unter Beweis stellen konnte.

Mit Micha verlässt ein weiterer des großen 88er Jahrgangs die Bühne. Ein Spieler, der sich trotz großer beruflicher Verpflichtungen immer in den Dienst der Mannschaft stellte und trotz nur weniger Trainingseinheiten immer mit Leistung ablieferte. Ein Vorbild, was Einsatz und Bereitschaft betrifft und dadurch in der Kabine absolut unumstritten – sein Wort hatte Gewicht. Dazu ein wichtiger Mosaik-Stein auch neben dem Feld, sorgte er doch immer wieder für die notwendige Lockerheit ohne dabei den Ehrgeiz zu verlieren und verlieh dem Amt des Mobbing-Beauftragten einen neuen Glanz. Ich hoffe, der Abschied vom heimischen Publikum war gebührend – der TuS Hellersdorf wird dich in der nächsten Saison vermissen.

Tor: Suchantke, Seidenschwarz

Feld: Schubert (7/1), Basler (5), Wenzel (4), Fentz (3), Teske (3), Zielke (2), Löprick (2), Grätz (2/1), Zenker (1), Muth (1), Geißhardt