Ernüchternd…

Die 1. Männer verliert das immens wichtige Spiel bei der SG OSF II mit 25:21 (11:9) und muss sich mittlerweile allerhand Fragen nach der eigenen Leistungsfähigkeit stellen lassen.

Sicher, die Vorzeichen vor diesem Schlüsselspiel hätten besser sein können. Zum Lazarett um die letztjährigen Stammkräfte Wiegand, T.Wenzel und Odebrecht gesellte sich im Abschlusstraining auch noch Kapitän Schubert, der mit einer Oberschenkelverletzung mindestens den Rest des Jahres ausfallen wird. Doch auf den Schönebeger Geißberg reisten immerhin 12 fähige Handballer, die allesamt gewillt waren, den Abstand an das Tabellenende zu vergrößern.

Nun, die 1. Halbzeit ließ im Hellersdorfer Lager auch so einige Hoffnung keimen, dass gerade wegen der Verletzung von Schubert andere Kräfte in den Vordergrund rücken würden. So gab Suchantke ein tolles Comeback im Tor und parierte in Halbzeit eins mehrere Würfe überragend. So spielte Basler, seit Jahren tragende Säule im Team, nochmal 10 % besser und überraschte die Schöneberger Deckung mit einigen Schlagwürfe. Und so machte die bewegliche Abwehr dem Schöneberger Angriff das Leben wirklich schwer. Doch trotz allem war keine wirkliche Führung zu verzeichnen. Grund dafür war ein schlechtes Überzahlspiel – 4 Minuten Überzahl wurden mit 1:2 verloren – und nicht immer gute Entscheidungen im eigenen Angriffsspiel. So belohnte man sich nicht für eine Habzeit, die völlig in Ordnung war und ging am Ende mit 2 Treffern Rückstand zum Pausentee, auch weil die Abwehr ab Minute 20 plötzlich nicht mehr wirklich sattelfest war.

Natürlich war bei allen Beteilgten die Erkenntnis gewachsen, dass dieses Spiel zu gewinnen war. Mit einer gesteigerten Angriffseffizienz und einer gleichbleibend guten Angriffsarbeit schien es nur eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Führung auf die Hellersdorfer Seite wechseln würde. Der aufmerksame Leser unserer Spielberichte wird jedoch vernommen haben, dass das Wort „eigentlich“ viel zu oft in unseren Erzählungen vorkommt.
So überlegten die 7 Mannen auf dem Feld zum Anfang der zweiten Hälfte sicherlich noch, welches Menü zur abendlichen Weihnachtsfeier am besten munden wird. Anders ist jedenfalls der schlaftrunkene Auftritt nicht zu erklären, der binnen 8 Minuten aus einem 11:9 ein 17:10 werden ließ. Auch die beim 15:10 genommene Auszeit brachte keine Besserung und so waren die Vorzeichen für den Rest des Abends klar verteilt.

Unseren Jungs gelang es zwar in der Folge das Spiel wieder offener zu gestalten, doch zu eklatant war die Unruhe, die auf Grund der desaströsen 15 Minuten eingekehrt war. Die Abwehr agierte wieder körperlicher und durch zahlreiche Paraden von Bentke auch wieder sattelfester, doch im Angriff wurden weiterhin technische Fehler und Würfe in den Defensivblock der Schöneberger fabriziert. Beim 21:17 in der 54. Minute war zumindest noch etwas im Bereich des Möglichen und auch beim 23:20, ca. 3 Minuten vor Schluss, war man fast wieder in Schlagdistanz. Doch am Ende ließ sich die SG durch die offene Manndeckung nicht mehr aus der Ruhe bringen. Endstand 25:21

Fazit: Die 1. Männer verliert dieses Spiel verdient mit 4 Toren. Verdient vor allem, weil man zwischen der 25. und 35. Minute einen 7:1 Lauf der Schöneberger zulässt. Die restlichen 50 Minuten des Spiels gewann man übrigens mit 2 Toren (Vor der 25. 9:9; nach der 35. Minute 9:11). Doch Handball ist Ergebnissport über 60 Minuten und da waren die Gastgeber an diesem Nachmittag einfach besser. Man agierte im Angriff zu kopflos und lief immer wieder in die Wurffallen der SG-Defensive, so dass Konter um Konter über uns hereinbrach. Schade, denn am Ende bleibt eben der Beigeschmack, das trotz des Fehlens des besten Torschützen der Liga, mehr drin gewesen wäre. Aber es ist eben nur ein Gefühl.

Das Lazarett lichtet sich auch zum abschließenden Spiel in 2017 nicht wirklich. Neben den Langzeitverletzten wird weiterhin Schubert fehlen und auch die Teilnahme von N. Wenzel steht noch in den Sternen. Am morgigen Samstag (Anwurf 18:30 Uhr) ist der BTV 1850 zu Gast, der in dieser Saison eine wirklich gute Runde spielt und nur gegen die Topmannschaften – meist knapp – unterlag. Die hervorragende Arbeit von Trainer Ferenc Remes zeigt sich auch in den Spielen gegen die Teams auf Augenhöhe, die der BTV allesamt gewann. Mit Tabellenplatz 5 fahren die Turner also als Favorit in das Spiel gegen unsere Männer.

Wir freuen uns über jeden einzelnen, der in dieser schwierigen Lage Flagge zeigen will und uns beim Spiel lautstark anfeuert. Im Anschluss sind die Fans noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen, wenn das Jahr 2017 den handballerischen Ausklang gefunden hat.

Tor: Suchantke (01. – 40.), Bentke (40. – 60.)

Feld: Basler (6), Löprick (5/1), Plotka (3), Muth (2), Wenzel (2), Grätz (2/1), Zielke (1), Binting, Teske, Fentz,