Im Herzschlagfinale unterlegen

Die 1. Männer verliert das nervenaufreibende Spiel gegen die SG NARVA mit 26:27 (13:15) und steckt damit nach 7 gespielten Runden im Tabellenkeller fest.

Eine erfreuliche Nachricht gab es für Mathias Haude vor dem Anpfiff. Der Coach konnte erstmals in dieser Saison wieder auf Suchantke im Tor zurückgreifen, der nach einem Bänderriss vor einigen Wochen ins Training zurückgekehrt ist und sich erstmals auch für den Notfall einsatzbereit zeigte.

Unerfreulich hingegen die erste Halbzeit. Die Gäste konnten vom Start weg die Führung übernehmen und brachten die Hellersdorfer Sieben somit von Anfang an in Bedrängnis. Dabei spielte die SG NARVA konsequent dieselbe Auslösehandlung, um danach im freien Spiel die richtigen Entscheidungen zu treffen und nutzte es aus, dass unsere Abwehr immer wieder zu viel Abstand zu den Rückraumschützen hatte.
Beim 5:8 betrug der Abstand dann bereits 3 Tore, bevor sich unsere Hintermannschaft besser auf das Spiel des Gegners eingestellt hatte. Insbesondere die Hereinnahme von Binting in der Abwehr brachte die notwendige Stabilität und man konnte beim 9:9 ausgleichen. Bis zum Pausenpfiff setzte sich die SG NARVA auf 13:15 ab, was für die zweite Halbzeit beiden Mannschaften noch alle Möglichkeiten ließ.

In Abschnitt zwei zeigte die 1. Männer dann mal wieder, dass Sie in der Pause gut zugehört hatte. Die Abwehr war nun deutlich aggressiver und auch im Tor waren somit durch Seidenschwarz einige Paraden möglich. Die Folge war, dass man beim 17:17 wieder ausgeglichen hatte und unter der wieder mal sensationellen Unterstützung der Fans beim 20:18 (41.Minute) in Führung lag.
Der selbsternannte Aufstiegsanwärter aus dem Friedrichshain zeigte hier allerdings genug Standfestigkeit und ließ sich leider nicht vollends aus der Bahn werfen. Die Angriffssequenzen der Gäste wurden nun länger, doch am Ende fanden Sie noch zu häufig den erfolgreichen Abschluss über den Durchbruch (23:23, 50. Minute).

In der Crunchtime lösten wir leider die seit der 20. Spielminute gegen Schubert praktizierte Manndeckung nicht mehr vollumfänglich und machten ein bis zwei einfache Fehler zu viel. Dadurch geriet man mit 23:25 durch zwei Treffer von Kremser in Rückstand und als dann erst Basler wegen eines Gesichtstreffers und Trainer Haude im nächsten eigenen Angriff wegen Formfehler in der Schiedsrichteransprache noch 2 Minuten bekamen, sah es düster aus über der Hellersdorfer Eile. Gut, wer solch eine charakterstarke Mannschaft hat. Mit dem Mute der Verzweiflung  netzten erst Schubert, dann Fentz und dann noch einmal Schubert zum 26:26 und die letzten 90 Sekunden war man wieder in Gleichzahl. Was dann folgte, war Enttäuschung pur. Erst verwerte Kremser bei erneutem Zeitspiel über den Freiwurfblock mit Innenpfosten und rein, dann nahm man die eigene Auszeit bei noch 10 zu spielenden Sekunden. Es wurde auf 7 Feldspieler umgestellt und Geißhardt blitzsauber 4 Sekunden vor Abpfiff freigespielt, doch leider blieb der letzte Wurf an den Fingerspitzen des Gäste-Torwartes hängen. Endstand: 26:27

Fazit: „Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh“. So kurz und knapp kann man das Spiel analysieren. Selbstverständlich machten wir noch zu viele Fehler und die letzten 15 Sekunden sind nur ein Bruchteil der gespielten 60 Minuten zusammen. Doch es zeigt sich, dass bei aller Analyse die Liga eben brutal ausgeglichen ist und im Sport manchmal auch das nötige Match-Glück dazugehört. Vor Jahresfrist –also in unserer letztjährigen Rekordsaison – wäre der Wurf von Kremser noch an den Innenpfosten und dann heraus gesprungen und Geißhardt hätte den letzten Wurf verwandelt. Da hatten wir in vielen Spielen das notwendige Glück, was uns in dieser Saison manchmal abzugehen scheint.
Doch Handball ist nun einmal Ergebnissport und nicht „hätte, wenn und aber“. Daher muss man sich an die eigene Nase fassen, das Spiel beim 20:18, als das Momentum zu kippen schien, nicht noch weiter entschieden zu haben und man somit erst die Grundlage für die dramatische Schlussphase legte. Positiv stimmt, das die Entwicklung stetig nach oben zeigt und die Mannschaft über 60 Minuten sicher eines der besten Saisonspiele zeigte. Auch die Bereitschaft, im Training an den notwendigen Dingen zu arbeiten, ist absolut da und lobenswert. Auch das macht Hoffnung, dass bald wieder ein doppelter Punktgewinn eingefahren werden kann.

Nächste Gelegenheit dazu bietet sich schon am kommenden Samstag, wenn die 1. Männer auf die zweite Vertretung der SG OSF trifft (09.12.2017, 14 Uhr, Halle Geißbergstraße). Selbstverständlich wird diesem wichtigen Spiel höchste Priorität zugewiesen, denn ein paar Punkte werden schon noch benötigt in den verbleibenden 4 Spielen der Hinrunde.
Seid dabei und unterstützt die Männer auch in einer etwas schweren Phase, denn eines ist klar. Vor dem Vergnügen hat das Leben immer die Arbeit gesetzt, also wird man sich nur durch harte Arbeit von den aktuellen Tabellenrängen verabschieden können.

Tor: Seidenschwarz (01. – 60.), Suchantke

Feld: Schubert (8/2), Löprick (4), Zielke (3), Basler (3), Fentz (2), Plotka (2), Wentzel (2), Muth (2), Binting, Teske, Geißhardt