Punkt für die Moral

Die 1. Männer holt beim hart umkämpften Duell mit der Sp.Vg. Blau-Weiß 90 einen Punkt und trennt ich am Ende 26:26 (11:14) unentschieden von den Gästen.

Nach der hohen Niederlage vor Wochenfrist, als man nach einer sehr guten Halbzeit (16:15 Führung) in Rudow völlig einbrach und das Spiel am Ende mit 11 Toren verlor (36:25 Endstand), war Wiedergutmachung für die Mannschaft von Trainer Mathias Haude angesagt. Mit der Sp.Vg. BW 90 (ehemals SG TMBW) kam dafür aber ein harter Brocken in die heimische Eile. Die vergangenen Duelle gegen die Tempelhofer waren stets eng, wurden aber in schöner Regelmäßigkeit am Ende verloren.

Ob der gezwungenermaßen leicht geänderte Ablauf vor dem Spiel Schuld an dem schlechten Start in die Partie war, lässt sich im Nachinein schwer sagen. Fakt war: In der 10. Minute hatte man gerade mal einen Treffer gelandet. Einzig die Abwehrleistung war von Beginn an auf hohem Niveau, weshalb sich der Rückstand beim 1:4 in erträglichem Rahmen befand. Mit dem 2:4 von Basler schien ein kleiner Weckruf gefallen zu sein. Die Mannschaft bewegte sich nun flotter über das Feld und konnte somit innerhalb von 4 Minuten auf 5:5 ausgleichen. Doch irgendwie war im 1. Spielabschnitt keine genügende Abstimmung vorhanden. Die Laufwege wurden zwar größtenteils ordnungsgemäß durchgeführt, doch in allen Bereichen haperte es an der Entschlossenheit. Seltsam träge wurde das Angriffspiel vorgetragen und auch die zweite Welle – normalerweise die große Stärke der Truppe – kam in keiner Minute zu tragen. Resultat war eine erneute Absetzbewegung der Gäste, die zumeist über schnelle Gegenstöße unsere Ballverluste in Tore ummünzten und sich bis auf 5:9 in Führung brachten. Die genommene Auszeit half zumindest, den Rückstand zu konservieren und nicht anwachsen zu lassen, bevor beim 11:14 die Seiten gewechselt wurde.

Und siehe da: Abschnitt zwei startete schon mit ganz anderen Vorzeichen. Der erste Angriff konnte direkt verwertet werden und auch die Abwehrarbeit blieb auf hohem Niveau. So gestattete man durch eine bewegliche Deckung erst in der 40. Spielminute den nächsten Blau-Weiß Treffer und hatte sich zuvor mit 15:14 in Führung gebracht. Doch wer glaubte, die Spielkontrolle würde nun in den eigenen Reihen bleiben, der sah sich getäuscht. Wieder wurden viele technische Fehler im Zusammenspiel begangen, die die Gäste dankend in eigene Treffer verwandelten. So befand man sich in Minute 45 schon wieder mit 3 Treffern in Rückstand (16:19). Großer Pluspunkt an diesem Abend: Der Kampfeswille. Gab man am vergangenen Spieltag in Rudow noch beim kleinsten Widerstand klein bei und ließ sich eine heftige Lehrstunde erteilen, kämpfte die Hellersdorfer Mannschaft in diesem Spiel bis zur Schlussminute. So hielt man über 19:19, 20:21 und 22:24 (57. Minute) immer Kontakt. Besonders die Außenpostionen waren es, die in dieser Phase dem Spiel ihren Stempel aufdrückten und größtenteils hochprozentig verwerteten. As dann Büttner völlig zurecht die 7. Zeitstrafe in Halbzeit zwei für die Gäste kassierte, nutzte man endlich die Überzahl ohne eigenen Fehler und stellte auf 24:24 (59. Minute). Böttcher gelang postwendend die erneute Führung, die Schubert 30 Sekunden vor Ultimo ausglich. Gäste-Trainer Pöhl nahm seine Auszeit und trotz angezeigtem Zeitspiels (der Pass nach dem Treffer von Schubert vom Gäste-Torwart zur Mittellinie ging zum zweiten Mal zu weit) schafften es die Spielvereinigung innerhalb von 10 Sekunden zu treffen, da die Abwehr komplett schlief. Gut, dass dann sofort der Gegenangriff lief und Zielke auf Rechtsaußen freigespielt wurde. Dabei wurde er allerdings rüde von den Beinen geholt und den fälligen Strafwurf verwandelte Schubert sicher gegen den erneut chancenlosen Lehmann, der extra für diesen Strafwurf in den Kasten rückte. Endstand 26:26

Fazit: Wie bereits in der Überschrift verraten. Dieser Punkt war wichtig für die Moral. Insbesondere auf Grund der heftigen Klatsche vor Wochenfrist war es wichtig zu zeigen, dass die Mannschaft in schwierigen Momenten auch ganz anders agieren kann. Man hat nie aufgesteckt und sich auch von den vielen Nickligkeiten der Tempelhofer nicht aus dem Konzeot bringen lassen.
Dennoch müssen auch kritische Töne in die Aufarbeitung dieses Spiels einfließen. Es darf nicht passieren, dass der Gegner bei angezeigtem Zeitspiel 20 Sekunden vor Schluss solch ein einfaches Tor machen darf. Es darf nicht passieren, dass man sich nicht für die endlich mal gute Abwehrarbeit belohnt, weil man im Angriff Fehler um Fehler anhäuft. Das gilt es zu verbssern. Und dabei sind nur die größeren Punkte genannt, die die vielen kleinen Unzulänglichkeiten überdecken.

Damit wir nicht falsch verstanden werden: Der Punkt war ein gewonnener Punkt gegen eine starke Mannschaft. Rein ergebnistechnisch kann man also zufrieden sein. Doch auch wenn Handball ein Ergebnissport ist, muss auch immer die spielerische Entwicklung im Auge behalten werden. Und hier ist es an jedem einzelnen Spieler, das notwendige zu tun, damit aus solchen Spielen wie gestern am Ende auch mal wieder zwei Punkte rausspringen.

Am nächsten Wochenende kommt es dann zum Pokalspiel gegen die zweite Vertrtetung der Füchse Berlin. Mal sehen, wer sich uns als Gegner an diesem Tag präsentiert. Wir wollen es in jedem Fall zu einem tollen Heimspiel machen. Das erste Pokalheimspiel seit über 3 Jahren im Übrigen. Wenn das also nicht ist, am Samstag den Weg in die Eile anzutreten. Vor allem, da alle anderen TuS-Erwachsenenteams spielfrei haben. Wir sheen uns also am Samtag; um 16 Uhr ist Anpfiff.

Tor: Bentke

Feld: Schubert (7/5), Basler (4), Zielke (4), Teske (3), Muth (3), Plotka (2), Wenzel (1), Geißhardt (1), Binting (1)