Eine Runde weiter

Die 1. Männer gewinnt das Zweitrundenspiel im Berliner Landespokal mit 30:27 (18:14) gegen den VFL Tegel II und schafft es somit erstmals seit 3 Jahren gegen eine Landesligamannschaft eine Runde weiter zu kommen.

Es war fast ein ungewohntes Bild. Schafft es bei den sonstigen Anwurfzeiten am Samstag- oder Sonntagnachmittag desöfteren mal ein Akteur nicht ganz pünktlich zum Treffpunkt (was die Mannschaftskasse bekanntlich freut), waren bereits 08:50 Uhr alle am vereinbarten Treffpunkt angekommen. Vielleicht sollte man des öfteren jene Anwurfzeit wählen, die im Vorfeld für einigen Unmut in der Mannschaft gesorgt hatte. 10 Uhr war Anpfiff, inklusive 60-minütiger Anfahrt von Hellersdorf nach Tegel. Handballherz was willst du mehr?

Das man hellwach gewesen sei, wäre jetzt übertrieben, aber zumindest kamen die 1. Männer gut in die Partie. Da auch die Tegeler anscheinend ausgeschlafen hatten, entwickelte sich in Halbzeit eins ein ausgeglichenes Spiel. Bis zum 10:10 schaffte es keine Mannschaft sich auf mehr als einen Treffer abzusetzen. Wir punkteten dann, wenn wir es schafften, geduldig auf die sich bietende Torchance zu warten und Tegel glänzte durch einige feine Kreisanspiele. Nach einer Abwehrumstellung konnten diese jedoch besser verteidigt und einige Bälle gewonnen werden. Konsequenz war, dass man beim 12:16 erstmals ein kleines Polster gschaffen hatte, welches man bis zum 14:18 Halbzeitstand auch konservieren konnte.

Die in der Halbzeitansprache besprochenen Dinge sollten dann in der zweiten Halbzeit das Spiel in noch ruhigere Bahnen lenken. So wollte man noch mehr gegen die atypisch angezogenen Kreuzbewegungen arbeiten und noch mehr Tempo in der Vorwärtsbewegung entwickeln. Dies gelang auch zumindest anfangs ganz gut, so dass beim 15:21 vielleicht schon der ein oder andere beim Mittagessen bei der Familie war. Anders ist es nicht zu erklären, dass man die spielerische Linie doch deutlich verließ und somit den Gastgeber nochmal stark machte. Bis zum 20:24 (45. Minute) schien noch alles in Ordnung, doch spätestens beim 23:24 war auch die Halle erwacht und der Underdog schnupperte am Überraschungssieg. Wir agierten in dieser Phase nicht mehr zielstrebig genug und ließen im Angriff die notwendige Klarheit in den Aktionen vermissen. Auch die genommene Auszeit brachte keine Beruhigung in das eigene Spiel, wodurch man beim 26:25 (54. Minute) plötzlich wieder im Rückstand war. Gut war dann die Antwort von Basler, der mit einem Doppelschlag direkt wieder die Führung zurückeroberte, die wir dann bis zum Abpfiff auch nicht mehr abgaben. Endstand 27:30

Fazit: Eine Runde weiter. Das ist alles was zählt. Nutzt man diese Pokalplattitüde bei schlechten Auftritten gegen unterklassige Gegner gerne, um schnell den Mantel des Schweigens über das Spiel zu hüllen, trifft diese auf uns an diesem Sonntag aber besonders zu. In den zurückliegenden drei Spielzeiten scheiterte man jeweils an Landesligamannschaften, weiß also aus eigener Erfahrung, wie schwer dieses vermeintlich klare Duell sein kann. Respekt an die junge Tegeler Mannschaft, die mit einem unorthodoxen Spiel unsere Männer vor das eine oder andere Rätsel stellten. Wir werden natürlich auch aus diesem Spiel unsere Lehren ziehen und die positiv und negativ gelaufenen Dinge analysieren. Schön, dass mit Leon Grätz erneut ein Talent aus der eigenen Jugend den Weg in die erste Männer fand, der mit 8 erzielten Treffern dazu direkt einen gelungenen Einstand feierte.

Bild: Hat das Spiel schön zusammengefasst: Unser Kameramann an diesem Tag und Edelfan Ole dreht sich kurz nach Abpfiff in die Kamera und kommentierte: „Also schön war es nicht!“

Tor: Seidenschwarz

Feld: Basler (9), Grätz (8/2), Schubert (6), Wenzel (2), Zielke (2), Fentz (1), Teske (1), Muth (1), Plotka, Binting,