Viel Krampf, viel Kampf

Die 1. Männer entführt, wie bereits in der Vorsaison, einen Punkt aus der Lilli-Henoch-Halle und trennt sich am Ende von kampfbetonten 60 Minuten mit 23:23 (11:6) vom PSV Berlin.

Es war eine lange Vorbereitungszeit, die hinter Hellersdorfs erster Auswahl stand. Bedingt durch verschiedene Urlaubs- bzw. Arbeitszeiten war die Trainingsgruppe in den vergangenen Monaten zum Teil doch überschaubar und immer in wechselnden Konstellationen zu Werke gegangen. Der Saisonbeginn kam dennoch mit riesigen Schritten und brachte mit den Hohenschönhausenern auch einen alt bekannten Gegner, der eine echte Standortbestimmung versprach.

Halbzeit eins zeigte dann das, worauf Trainer Mathias Haude bereits bei der Einstellung auf das Spiel hingewiesen hatte: Fehlabspiele „hüben, wie drüben“. Besonders unsere Jungs hatten noch gehörig Sand im Getriebe, während der PSV einen Traumstart hinlegte und nach 8 Minuten bereits mit 4:0 führte. Erst in der 9. Spielminute waren auch die Hellersdorfer im Spiel angekommen und erzielten das erste Saisontor. Doch auch dieses schien keine Sicherheit zu geben. Über die gesamten 30 Minuten übertrafen sich die 7 Spieler auf dem Feld mit technischen Fehlern und Fehlwürfen. Dazu lief der Ball nicht flüssig genug, so dass jeder Torerfolg hart erarbeitet werden musste. Gut, dass wenigstens die Defensive sicher stand und auch die Gastgeber noch ein wenig Abstimmungsschwierigkeiten hatten. Nur PSV-SpielerJonas Liedtke bekam man zu keiner Zeit in den Griff, wodurch 8 der 11 PSV Treffer allein auf sein Konto gingen.

In der Kabine hatte vielleicht der eine oder andere ein Donnerwetter erwartet, doch dieses fiel aus. Die Schwierigkeiten waren einkalkuliert und vor allem nicht mehr änderbar. Immerhin hatte man das Gefühl, noch einmal einen Fuß in die Tür bekommen zu können, was nach einer derart unterirdischen Offensivleistung schon bemerkenswert war.
Es wurden einige offensive Korrekturen (Stichworte Überzahlspiel, Umschaltspiel und Kooperation im gebundenen Angriff) besprochen und mit dem ernsten Willen die zweite Halbzeit angetreten, den PSV noch einmal ins Wanken zu bringen.

Konstatiert werden muss, dass sich auch Abschnitt zwei im Positionsangriff weitestgehend anfühlte, wie Halbzeit eins. Allein das nun bessere Tempospiel und die verbesserten Abschlüsse führten dazu, dass man nach 45 Minuten wieder Kontakt hatte (16:15), welcher nach der Heim-Auszeit zum 20:16 jedoch wieder abriss.
Doch der zwischendurch knappe Spielstand hatte Feuer geweckt. Haderte man vorher noch viel zu lange mit sich selbst und dem eigenen Unvermögen, war nun eine lebendigere Körpersprache trotz des abermaligen Rückstands zu vernehmen. Bei jenem 20:16 (52. Minute) nahm man die eigene Auszeit und stellte in der Offensive noch einmal etwas um, was dann auch prompt zum Erfolg führte. Auf das 21:17, welches wieder mal Liedtke (am Ende 12/5) erzielte, folgten 4 Tore in Folge der Haude-Sieben und somit in Minute 58 der erste unentschiedene Spielstand seit dem 0:0. Insbesondere Schubert übernahm in der Schlussphase mal wieder Verantwortung vom Punkt und aus dem Spielfeld, so dass am Ende mit 23:23 die Punkte geteilt wurden.

Fazit: Wenn man sich die verschiedenen Spielberichte der anderen Mannschaften der Berliner Verbandsliga durchliest, erkennt man einige Parallelen: „Fehlende Abstimmung“ heißt es da, es wird von „mangelnder Dynamik“ und von „ungenauen Pässen und Würfen“ gesprochen. Wir scheinen also nicht die einzigen gewesen zu sein, die mit dem Saisonstart noch nicht bei 100% sind. In diesem Sinne sollte man das Gezeigte nicht überbewerten, auch wenn noch viele Baustellen offenbart wurden.
Gut, dass man sich in Halbzeit zwei berappelte und mit fortlaufender Zeit die Fehler wenigstens etwas minimieren konnte. Am Ende hatte man zwar sogar noch die kleine Möglichkeit, beide Punkte aus der Henoch-Halle zu entführen, doch dies wäre des Guten sicherlich auch zu viel gewesen, führten die Gastgeber doch mehr als 90 % der Spielzeit.

Am kommenden Sonntag kommt es dann zum ersten großen Heimspieltag in der Eile. Zu Gast ist der Aufsteiger von der SG Rotation Prenzlauer Berg, die sicherlich die ersten Punkte dieser noch jungen Spielzeit einfahren wollen. Wir werden in der Trainingswoche daran arbeiten, den nächsten Schritt im Zusammenspiel zu machen, damit die hoffentlich volle Halle auch bald wieder den schönen, schnellen und vor allem erfolgreichen Handball der Vorsaison sehen kann. Anpfiff Sonntag, 24.09. um 16:30 Uhr.