Niederlage zum Saisonabschluss

Die 1. Männer muss sich im letzten Spiel der Saison mit 32:26 (18:13) der SG TMBW geschlagen geben und verpasst damit den möglichen Sprung auf den vierten Tabellenrang. Mit dem 5. Platz, der auf Grund des Punktverlustes des TSV Rudow bei Turnsport 1911 zu Stande kommt, kann man im Hellersdorfer Lager aber mehr als zufrieden sein.

Zum letzten Akt der Saison ging es für die Hellersdorfer zu der Überraschungsmannschaft der Rückrunde. Die SG aus Tempelhof hatte zusätzlich noch das letzte Spiel in der Spielgemeinschaft und verabschiedete darüber hinaus auch noch Vereinslegende Sebastian Viehstädt in den wohlverdienten handballerischen Ruhestand. An dieser Stelle auch von Hellersdorfer Seite alles Gute für die Zukunft an einen immer polarisierenden und dennoch gern in der Eile gesehenen Gast.

Im Endspiel um Platz 4 hatten die Gastgeber die bessere Ausgangslage, reichte doch vor Anpfiff ein Punktgewinn, während der TuS schon einen Auswärtssieg benötigte, um diese famose Spielzeit vollends zu krönen.
Den Start in die Parte erwischten beide Teams nach Maß und es ging mit einem munteren Scheibenschießen los. Nach 7 gespielten Minuten war schon ein beachtliches 5:5 der Anzeigetafel zu entnehmen und beide Mannschaften suchten ihr Heil im schnell vorgetragenen Angriff. Unsere 3:2:1 Deckung hatte im Positionsangriff dann besseren Zugriff, zeigte sich jedoch im Rückzug noch zu ungeordnet. Auch der dann erst verschobene und dann gänzlich gestrichene Spezialistenwechsel konnte daran nichts ändern, so dass man beim 11:9 und 12:10 im Hintertreffen lag.

Die beiden jungen Schiedsrichter entschieden sich dann gerade noch rechtzeitig, der sehr hart geführten Partie mittels einiger Hinausstellungen ein wenig Herr zu werden, wodurch wir zu erst 4 Minuten in Unterzahl  agierten und die SG bis auf 16:11 ziehen lassen mussten. Dann kassierte auch die Tempelhofer Defensive die ersten Strafen und wir konnten noch einmal auf 16:13 verkürzen. Kuriosum zum Halbzeitende: Erst waren bei Ballbesitz TMBW anstatt angezeigter 8 Sekunden auf Tisch- und Hallenuhr laut Referees noch 22 Sekunden zu spielen, wodurch wir noch einen Treffer kassierten, der dann auch noch doppelt zählte. Auch auf mehrmalige Nachfrage bei Kampfgericht und Schiedsrichter blieb es beim Halbzeitstand und wir mussten mit einem 5-Tore-Rückstand in die Kabine.

Die Stimmung war natürlich wenig prächtig. Neben der erwähnten „kleinen“ Benachteiligung verstand es die Haude-Sieben nicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und verstrickte sich in Diskussionen mit Gegenspielern und Schiedsrichtern. Obendrein litt darunter die taktische Disziplin insbesondere in der Abwehr. 18 Gegentreffer waren Beweis genug.
Noch einmal wurde auf die wesentlichen taktischen Punkte eingegangen und daran erinnert, dass in dieser Rückrunde schon so einige Halbzeitrückstände gedreht wurden.

Was die Mannschaft in dieser Saison vor allem gelernt zu haben scheint, ist die angemessene Reaktion auf die Spielweise des Gegners und die eigenen Fehler im Spiel. Die Deckung stand auf einmal wieder viel aggressiver gegen die Rückraumakteure und zwang die SG Schützen immer wieder in schlechte Situationen. Das Umschaltspiel wurde ebenfalls noch einmal intensiviert. Über 19:13, 20:17 und 21:20 hatte man sich binnen 15 Minuten wieder in das Spiel zurück gebracht. Die fällige Auszeit der Gastgeber konnte den Ausgleich ebenfalls nicht verhindern und beim 21:21 war alles wieder auf null gestellt.

Obendrauf gab es noch eine Zeitstrafe gegen die SG und man war auf einmal nah dran, das Spiel komplett umzubiegen. Leider folgte dann etwas, was in dieser Rückserie nicht so oft passierte. Man hatte anscheinend etwas Angst vor der eigenen Courage und gab die Überzahl gastfreundlich mit 2:0 ab. Zwei Aluminiumtreffern folgten zwei gegnerische Schnellangriffe und beim 25:22 war die erste Euphorie verflogen.
Mit dem 27:23 nahm dann Coach Haude seine Auszeit und stellte 8 Minuten vor Ultimo auf den 7. Feldspieler um. Auch das eine Maßnahme, die in dieser Saison schon viele Punkte rettet, jetzt aber voll nach hinten losging. Keeper Suchantke nahm es beim Wechsel nach Meinung des Kampfgerichtes etwas zu ungenau mit dem richtigen Timing und war angeblich 0,01 Sekunden zu früh im Feld. Ob es wirklich so war, wollen wir an dieser Stelle, auch im Hinblick auf das Phantomtor in Halbzeit eins nicht kommentieren. Vertrauen wir dem Adlerauge des Zeitnehmers.

Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt noch nicht verloren, doch spätestens 60 Sekunden später war es dann doch soweit. Innerhalb von 10 Sekunden handelte man sich erst einen Strafwurf + Zeitstrafe ein, bevor Basler die erste Zeitstrafe gegen Suchantke wieder auffüllen wollte. Blöd nur, dass diese erst 90 Sekunden her war. Hier gab es also eine vollkommen berechtigte Zeitstrafe wegen Wechselfehlers.
Der Rest ist schnell erzählt. Mit nur noch 3 Mann auf der Platte schlugen wir uns noch achtbar, hatten aber nichts mehr entgegenzusetzen. Über 30:25 zog die SG TMBW bis auf den Endstand von 32:26 davon.

Fazit: Glückwunsch an die SG TMBW, die ihre fabelhafte Rückrunde mit einem verdienten Sieg und einem verdienten 4. Platz beendet. Trotz aller Widrigkeiten mit dem Kampfgericht ist die Niederlage nur uns selbst zuzuschreiben, verstanden wir es nicht, beim 22:22 und eigener Überzahl kühlen Kopf zu bewahren und vergaben eine 100%-Chance freistehend und nahmen einen überhasteten Wurf, der ebenfalls am Alu scheiterte. Da waren die Gastgeber zur Stelle und nutzten diesen Nackenschlag, von dem wir uns irgendwie nicht mehr erholten.

Sei es drum. Die Saison 2016/2017 ist Geschichte und die Mannschaft beendet diese als erfolgreichste TuS-Männer-Saison aller Zeiten. Mit 26 Punkten steht am Ende Platz 5 zu Buche. Sowohl punkte- als auch platzierungstechnisch die besten Ergebnisse in der langen Geschichte dieser Abteilung. Ein Riesenkompliment also an alle Akteure, die auf oder neben dem Feld für diesen Meilenstein sorgen konnten.

Was jetzt folgt? Ausruhen! Nach einem abschließenden Training am vergangenen Dienstag haben sich alle Spieler in die Sommerpause verabschiedet und genießen die handballfreie Zeit, bevor es Ende Juni wieder in die Vollen geht.
In der kommenden Saison erwartet uns eine ungleich schwerere Aufgabe, wenn zu den beiden Absteigern aus der OSL zwei namhafte Aufsteiger kommen, die Teams aus dem Berliner Süden einen nimmermüden Anlauf auf die Ostsee-Spree-Liga starten und auch das eine oder andere Mittelfeldteam schon auf die entscheidende Zeit im April/Mai 2018 schielt.
Wir werden es wie immer mit allem Realismus angehen und unsere Ziele im Sommer abstecken. Zu was die Mannschaft in der Lage ist, hat diese Saison gezeigt. Wie sagt man so schön: Schuster, bleib deinen Leisten.

Wir danken an dieser Stelle natürlich allen Fans, Familienmitgliedern und sonst allen, die an den Spieltagen mit uns gelitten haben. Selbstverständlich geht auch ein Dank an unsere Sponsoren, die für die nötigen finanziellen Rahmenbedingungen sorgten. Es hat uns riesigen Spaß gemacht und wir werden im Sommer alles Notwendige tun, um in der Saison 2017/2018 wieder Erfolge feiern zu können.

Tor: Wiegand (01. – 20.), Suchantke (21. – 60)

Feld: Schubert (7), Odebrecht (6/2), Geißhardt (4), Fröhlich (4), Muth (3), N. Wenzel (2), Basler (1), Zielke (1), Binting, Zenker, Teske, Fentz