Nächster Höhepunkt – 1. Männer schlägt TSV Rudow

Die 1. Männer lässt einfach nicht locker. Im vorletzten Saisonspiel gewinnt die Mannschaft mit 30:29 (14:17) gegen den TSV Rudow und setzt dabei ein weiteres Ausrufezeichen in dieser  überaus erfolgreichen Saison.

Zwei Spiele waren noch zu spielen. Möglichst beide sollten zum Saisonabschluss gewonnen werden. Soviel zur Theorie. Am Sonntag war zunächst der TSV Rudow zu Gast, der den Hellersdorfer Mannen im Hinspiel eine empfindliche Niederlage beibrachte. Mit 25:32 war man im Dezember klar unterlegen. Grund genug also, die Scharte aus dem Hinspiel auszuwetzen. Als zusätzliche Motivation hatten alle anderen TuS-Mannschaften an diesem letzten Heimspieltag vorgelegt und ihre Spiele gewonnen. Selbstverständlich wollten wir dem in nichts nachstehen.

Das Spiel war von Anfang an hart umkämpft. Rudow setzte sich sofort auf 2 Tore ab, bevor wir doppelt antworteten. Bis zum 4:4. liefen beide Mannschaften im Gleichschritt, bis die Gäste ein wenig die Kontrolle im Spiel übernahmen. Besonders der Rückraumrechte Köhler machte uns in dieser Anfangsphase Probleme, da wir diesen trotz unserer offensiven Abwehr nicht lange genug bekämpften und er somit immer wieder frei abschließen konnte. Das gefürchtete Kreisspiel der Südberliner hatten wir hingegen – soviel sei vorweg genommen – nicht nur in der Anfangsphase, sondern über das gesamte Spiel gut im Griff.

Die beiden Zwei-Tore-Führungen der Gäste (5:7, 6:8) konnten wir relativ schnell wieder ausgleichen (8:8) und das Pendel etwas zu unseren Gunsten ausschlagen lassen. Hilfreich waren hierbei vor allem die eigenen Überzahlsituationen, da Rudow insgesamt vier Zeitstrafen von Minute 13 bis Minute 21 kassierte. Über 10:10 hatten wir beim 13:11 erstmals die Führung im Spiel übernommen. Einziges Manko in diesem ersten Abschnitt: Alles was danach passierte. Nachdem Rudow in Minute 23 wieder aufgefüllt hatte, brach es ein wenig über uns herein und wir mussten noch 6 Treffer des TSV kassieren, konnten dabei lediglich einen eigenen Treffer entgegensetzen.

Die Abwehr im Zentrum löchrig, der Angriff dadurch verunsichert und zu statisch – kein guter Mix zum Ende einer Halbzeit. Doch insgesamt hatte man ein ganz gutes Spiel abgeliefert. Die Abwehr stand die ersten 15-20 Minuten sehr gut und bekämpfte die individuell klar überlegenen Akteure aus Rudow hervorragend. Leider ließ die Kraft und Konzentration danach ein wenig nach, wodurch immer wieder einfache Gegentreffer kassiert wurden. Trainer Haude ermahnte seine Schützlinge noch einmal zu einer über 30 Minuten konsequenten Abwehrarbeit und stellte den Angriff noch einmal auf die besprochenen Angriffsbemühungen über die Halbpositionen ein. Das massive Zentrum der Gäste wollten wir in jedem Fall umgehen.

Wichtig für den gesamten Spielverlauf war dann der Start in Abschnitt zwei: Sofort erzielte man zwei Treffer und war beim 16:17 wieder voll in der Partie. Wichtig, weil die Mannschaft schon oft in diesen Phasen mit anschauen musste, wie der Gegner über 30 Minuten seinen kleinen Vorsprung verwaltete und das Spiel sofort verschleppte. Beim 21:21 hatte man das Spiel zum ersten Mal wieder ausgeglichen, da nun vor allem Schubert voll aufs Tempo drückte und immer wieder den mangelhaften Rückzug der Gäste ausnutzte. Auch der Positionsangriff lief weiterhin rund, da die besprochenen Tempoverschärfungen über die Halbpositionen nun besser ausgeführt wurden und dadurch Früchte trugen.

Prunkstück in Abschnitt zwei war jedoch zweifelsohne die Defensivarbeit. Im sehr guten Zusammenspiel mit Keeper Suchantke steigerte sich diese von Minute zu Minute und die Rudower verfingen sich immer wieder im Abwehrverbund. Zwar schafften es die Gäste beim 21:24 sofort wieder drei Treffer in Vorsprung zu gehen, doch beim 24:25 war auch dieser wieder eingedampft. Essenziell in solchen Spielen ist es jedoch, die Führung zu übernehmen. Da musste einem schon eher Angst und Bange werden. Mit dem 24:27 war der Rückstand nämlich mal wieder auf drei Tore angewachsen und es waren auch nur noch 7 Minuten zu spielen. Es sah also ganz danach aus, dass sich die individuelle Klasse am Ende doch durchsetzen würde.

Was dann folgte war eines der vielen Highlights dieser verrückten Saison. Nachdem man die Auszeit bei besagter 53. Minute genommen hatte und den 7. Feldspieler brachte, stellte die Haude-Sieben sofort auf 27:27 (56. Minute). Rudow antwortete mit einer eigenen Auszeit und wollte das Unheil abwehren. Dies schien auch aufzugehen, da Basler eine 2-Minuten Strafe hinnehmen musste und Rudow wieder in Überzahl war. Doch darauf schien an diesem Tag Verlass zu sein. Die Gäste spielten ihre Überzahl schon das gesamte Spiel über nicht so effektiv wie die 1. Männer und so verlor der TSV den Ball und Schubert stellte in Unterzahl auf 28:27. Der schnelle Ausgleich wurde dann direkt mit zwei Toren beantwortet und beim 30:28 schien es fast geschafft. Rudow verkürzte noch einmal, bevor Basler 8 Sekunden vor Ende erst die Vorentscheidung liegen ließ, beim Wurf aber gefoult wurde und es zumindest Strafwurf gab. Dieser wurde jedoch verworfen, wodurch Rudow ein letzter schneller Angriff blieb, der jedoch glücklicherweise verpuffte. Endstand 30:29

Fazit: Unglaublich. Normalerweise wird in diesen Spielberichten durchaus mit den Superlativen gegeizt, doch was die Mannschaft auch in der Endphase dieser Saison zeigt, verdient eben nur ein Wort – unglaublich! Erneut wurde eine Mannschaft, die zweifelsohne körperlich und individuell überlegen war, geschlagen und eine taktisch mehr als reife Leistung gezeigt. Lohn dieser Arbeit ist das Endspiel um Platz 4 am kommenden Samstag beim Rückrundentabellenführer von der SG TMBW. Doch auch unsere Jungs spielen eine formidable Rückserie und mussten bisher lediglich 5 Punkte abgeben. Das führt immerhin zu Platz 3 in besagter Rückrundentabelle, der eventuell sogar noch verbessert werden kann.

Es gilt also, ein letztes Mal über 60 Minuten aVollgas zu geben und die schon jetzt beste TuS Saison aller Zeiten mti einem weiteren Sieg zu krönen. Dafür wird die Mannschaft noch zwei Mal in der Woche arbeiten, bevor es am Samstag um 19:45 Uhr nach Tempelhof geht. Ein letztes Spiel, bevor die wohlverdiente Pause ansteht. Dann können die Füße immer noch hochgelegt werden. Die Mannschaft freut sich natürlich über jeden Weggefährten, der die Mannschaft noch einmal begleiten möchte. Ein letztes mal gemeinsam, bevor 4 Monate handballfreie Zeit anstehen. Lasst es euch nicht entgehen!

Tor: Wiegand (01. – 14.), Suchantke (15. – 60.)

Feld: Schubert (11/3), Odebrecht (6/3), Fentz (4), Fröhlich (2), Basler (2), Geißhardt (2), N. Wenzel (1), Zenker (1), Teske (1), L. Wenzel, Zielke, Binting (n.e.)

Zeitstrafen: TuS Hellersdorf 4 – TSV Rudow 8

Strafwürfe: TuS Hellersdorf 6/9 – TSV Rudow 6/6