Am Ende etwas wackelig

Die 1. Männer gewinnt das dritte Spiel in Folge und besiegt die Gäste von Turnsport 1911 mit 27:24 (12:9). Ein rundum gelungener Tag für die TuS-Familie, denn die zuvor erzielten Erfolge der 3. und 2. Männer konnten somit durch die 1. Männer abgerundet werden.
Nach dem Sieg über die SG NARVA in der Vorwoche galt es nun die in akuter Abstiegsgefahr befindlichen Turnsportler zu bespielen.  Die individuell gut besetzten Gäste kämpfen aktuell um jeden Punkt, um den vielleicht noch rettenden 10. Tabellenplatz zu erreichen. Unsererseits war also besondere Vorsicht geboten, hatten wir doch in den letzten Jahren genau jene Position inne gehabt und konnten dabei gerade am Saisonende von mangelnder Konsequenz vermeintlich besserer Mannschaften profitieren. Genau dies sollte unbedingt vermieden werden und der Fokus voll auf die letzte Aufgabe vor der Osterpause gelegt werden.
Doch schon in den ersten Minuten zeigte sich eher ein Bild, dass einige Zuschauer, die bereits in der Vorwoche mit von der Partie waren, bekannt vorgekommen sein dürfte. Defensiv stand man passabel, konnte die so gewonnen Bälle jedoch auf Grund vieler technischer Unsauberkeiten nicht in zählbaren Erfolg ummünzen. So war es eine ausgeglichene Anfangsphase in der Eile, bei dem über die Zwischenstände von 2:2 und 4:3 keine Mannschaft eine Absetzbewegung starten konnte.
Mit dem 5:4 (17. Minute) agierte das Team von Mathias Haude dann jedoch konsequenter und erzielte einige schön herausgespielte Tore. Wiegand, auf Grund personeller Engpässe heute einziger Torwart, konnte mehrere Bälle gut parieren und dabei sogar durch eine Doppelparade glänzen. Dies führte dazu, dass ein erster kleiner Puffer zwischen sich und den Gästen gelegt werden konnte. Beim 8:4 verloren wir jedoch wieder die so eben müßig aufgebaute Konzentration und brachten den Gegner über schlechte Abschlüsse wieder ins Spiel. Dieser nahm die Einladung dankend an und stellte mit 4 Toren auf 9:9, bevor nach der genommen Auszeit wieder besser abgeschlossen und das Ergebnis bis zur Halbzeit auf 12:9 gestellt wurde.
In der Halbzeit wurden die wesentlichen Dinge und Anforderungen noch einmal klar und deutlich angesprochen: Das Resultat war noch zu knapp, um sich auf etwas ausruhen zu können und schon aus dem Hinspiel war uns bekannt, dass der TuS 1911 bis zum Schluss kämpfen würde. Im Hinspiel musste man trotz 8 Tore Führung am Ende doch noch etwas zittern, da die Gäste bis auf 4 Treffer wieder heran kamen. Dies galt es zu vermeiden und durch konsequentes Auftreten jegliche Hoffnung im Keim zu ersticken.
Die Mannschaft schien verstanden zu haben. Nach drei Unaufmerksamkeiten in der Abwehr (14:12) übernahm man immer mehr die Kontrolle und zog, durch nun schnelleres Umschaltspiel und größere Kreuzbewegungen im Positionsangriff, über 17:12 und 21:14 bis auf 22:14 davon. Schon in Halbzeit eins wurden fast allen Spielern Spielanteile gewährt, was auch in Abschnitt zwei weiter vollzogen wurde. So kam, wie bereits im Hinspiel, nach dem 23:15 (45. Minute) ein Bruch in unser Spiel. Die zuvor gezeigte Konsequenz wurde nun schmerzlich vermisst und auch der Vorwärtsgang lief nicht mehr mit dem gewünschten und bisher erfolgreichen Tempo.
Die ominöse 8 Tore-Führung, welche uns bereits im Hinspiel in einen tranceartigen Zustand versetzt hatte, schien auch diesmal einschläfernde Wirkung zu haben. Turnsport kämpfte, wie im Vorfeld erwartet, verbissen um das Spiel und war beim 25:21 rund 5 Minuten vor Schluss wieder halbwegs im Spiel. Die fällige Auszeit schien auch keine wirkliche Wirkung mehr zu haben, denn das unkonzentrierte Spiel wurde weiter fortgesetzt. Sicher: Näher als 2 Tore (25:23, 59. Minute) kamen die Gäste nicht mehr heran, doch der ein oder andere auf der Tribüne wird zum Schluss sicherlich ordentlich ins Schwitzen gekommen sein. Respekt an den TuS 1911, der es genauso wie im Hinspiel verstand, unsere Schwächephase auszunutzen und uns am Ende fast noch weh zu tun. Endstand: 27:24
Fazit: Wie sagt man so schön? Ein Arbeitssieg. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Klar hätte man das  Spiel nutzen können, das Torverhältnis etwas auszubauen, doch dafür wären über 60 Minuten 100% nötig gewesen. Diese 100% zeigten wir jedoch nur phasenweise in Halbzeit 2. Und bei 90%, das zeigten weite Teil der ersten Halbzeit und die Schlussphase des Spiels, wird es gegen engagierte Gäste eng für uns. Spätestens morgen fragt jedoch keiner mehr nach dem „Wie“ des Sieges und dennoch müssen wir auch aus diesen Momenten unsere Lehren ziehen. Ein Satz, der nach der Schlussphase im Hinspiel jedoch schon gefallen sein dürfte.
Alles in allem hat man weitere zwei Punkte auf dem Konto, den 4. Tabellenplatz erobert und muss wissen, dass es eigentlich eine tolle Entwicklung ist, wenn man nach einem Spiel nur noch über das „Wie“ und nicht mehr über das „ob“ des doppelten Punktgewinns sprechen muss. Allen Spieler, bis auf den auf Grund einer noch nicht ganz ausgeheilten Rippenverletzung noch geschonten Geißhardt, konnte ausreichend Spielzeit gewährt werden und alle trugen ihren maßgeblichen Teil zum Erfolg bei. Das war im Vorfeld das Vorhaben und es konnte weitestgehend umgesetzt werden. Zwei Punkte, sind am Ende eben zwei Punkte.
Es geht nun in die dreiwöchige Osterpause, bevor es direkt in den Saisonendspurt geht. Mit den Spielen beim BFC Preußen (3. Tabellenplatz), zu Hause gegen den TSV Rudow (6.) und bei der SG TMBW (5.) haben wir noch drei direkte Duelle gegen Tabellennachbarn vor uns. Selbstverständlich wäre es ein traumhafter Ausklang, wenn wir den 4. Platz verteidigen oder noch verbessern könnten. Die bisher einwandfreie Rückrunde (13:3 Punkte) gibt allen Anlass positiv in die Zukunft zu blicken. Das Saisonziel hat man jetzt ohenhin schon übererfüllt. Also lasst uns die Saison unvergesslich machen!
Tor: Wiegand
Feld: Schubert (9/4), Odebrecht (5), N. Wenzel (4), Teske (2), Löprick (2), Muth (2), Basler (1), Fentz (1), Binting (1), Fröhlich, T. Wenzel, Zielke, Geißhardt (n.e.)
Strafwürfe: TuS Hellersdorf 4/4 – Turnsport 1911 3/4
Zeitstrafen: TuS Hellersdorf 1 – Turnsport 1911 2