Ohne Fleiß kein Preis – 1. Männer siegt gegen SG NARVA

Die 1. Männer gewinnt auch das Rückspiel gegen die SG NARVA und sichert sich beim 31:35 (14:12) Auswärtserfolg die Punkte 21 und 22 in dieser Saison. Damit erzielt die Mannschaft gleichzeitig eine neue Bestmarke in der Vereinshistorie, denn noch nie hatte eine TuS-Männermannschaft mehr Punkte im Berliner Oberhaus geholt.

Es war allerdings ein schweres Stück Arbeit, dass die Haude-Sieben am Sonntag verrichten musste. Der Kader war personell etwas ausgedünnt, hatte man doch nur 10 wirklich fitte Feldspieler an Bord. Gut, dass uns die Gastgeber ebenfalls keinen großen Kader entgegenstellen konnten. Auch die SG NARVA musste einigen Verletzungen Tribut zollen und vermisste dazu schmerzlich die auf Usedom weilenden A-Jugend-Akteure.
Auf diesen Umstand wurde selbstverständlich auch in der Mannschaftsbesprechung eingegangen. Gleichzeitig wurde aber auch auf die Gefahr hingewiesen, die Friedrichsahienr ob der mangelnden Quantität zu unterschätzen. Doch, wie es manchmal so ist, wenn man sich im Vorfeld – bewusst oder unbewusst – zuviel mit dem Gegner beschäftigt, die Jungs wollten ihre eigenen Erfahrungen machen.

So war es nicht verwunderlich, dass wir anfangs direkt einem Rückstand hinterherliefen. NARVA begann wie die Feuerwehr und zeigte sich gut vorbereitet auf unsere gewohnt offensive Abwehrformation. Die Übergänge von der Rückraummitte konten wir in der Anfangsphase nicht beantworten und mussten so einen 4:1 Rückstand hinnehmen. Besonders Lajeunie auf der halblinken Positin der Gastgeber machte uns zu schaffen und vernaschte mit einem fantastischen 1:1 unsere Abwehr ein ums andere Mal.
Der eingehandelte Rückstand hatte so bis zum 7:4 Bestand, bevor wir in der Abwehr die ersten Ballgewinne erzielten und auf 7:7 ausglichen. Hier zeigten wir uns gut auf die erwartete Abwehrformation der Narvaristi vorbereitet, die unseren Überzahlspielzug mit einer 4:1 Deckung kontern wollten, doch wir hatten andere Varianten parat. Beide Mannschaften hatten in der restlichen Halbzeit dann ihre Probleme mit der Regelauslegung der beiden Unparteiischen, die eine sehr konsequente Linie verfolgten und Akteure beider Seiten ein ums andere Mal auf die Strafbank setzten.

Beim 10:11 hatten wir zum ersten Mal seit dem 0:1 wieder die Führung erobert, mussten diese allerdings bis zum Pausentee wieder abgeben und die Gastgeber auf 14:12 enteilen lassen. Dabei schafften wir es in der gesamten ersten Halbzeit nicht, eine genügende Offensivleistung an den Tag zu legen. Die 14 kassierten Tore waren vielleicht 1-2 zu viel, doch gerade im Angriff stotterte der Motor doch gewaltig. Einzig N. Wenzel war es vermocht, Lücken in die gegnerische Deckung zu reißen. Der Rest agierte noch ohne Tiefenbewegung und lief zumeist paralell zur massiven NARVA-Abwehr. Auch das Tempospiel war quasi nicht existent.
Alles in allem gab es also viel zu tun. NARVA hatte sich zu einer Manndeckung gegen Schubert entschieden, auf die wir in der Halbzeitbesprechung – neben den bereits erwähnten Defiziten – eingingen. Das einzig positive am ersten Abschnitt war, dass man sich noch voll im Spiel wähnte und trotz einer vergleichsweise schwachen Leistung den Gegner nicht allzu weit enteilen lassen musste.

Eins vorweg genommen: Die angesprochenen Lösungen gegen die NARVA-Deckung wurde in Abschnitt zwei hervorragend umgesetzt.
Bis zur 40. Minue legten die Gastgeber allerdings stets vor und wir mühten uns, Anschluss zu halten bzw. den Ausgleich zu schaffen. Dieser war beim 20:20 erstmals geschafft und man übernahm zum 20:22 auch direkt die Führung, die man  bis zum Schlusspfiff nicht mehr hergeben sollte. Zwar hatte man sich vorgenommen, die Manndeckung gegen Schubert mit dem 7. Feldspieler zu kontern, doch man kam anfangs gar nicht dazu, da es weiterhin Zeitstrafe um Zeitstrafe auf beiden Seiten hagelte. Bis zur 23. Minute in Halbzeit zwei wurden insgesamt 14 Strafminuten von beiden Mannschaften abgesessen, was zu vielen Überzahlsitautionen „hüben wie drüben“ führte. Beide Teams nutzten dies für eine gesteigerte Angriffseffizienz, womit sich das Spiel zu einem wahren Schlagabtausch wandelte.

Ab Minute 40 agierten wir regelmäßig mit dem zusätzlichen Angriffsspieler, wenn man nicht ohnehin schon in Überzahl war und zeigte dort wieder, wie gut die Mannschaft diees taktische Mittel einsetzen kann. Jeder Wurf war fortan ein Treffer und somit konnte die mangeldne Defensivleistung nun kaschiert werden. Vor allem zeigte sich, dass die Mannschaft eben nicht nur aus den manngedeckten Akteuren (N. Wenzel wurde zeitweise ebenfalls manngedeckt) besteht. Viele Spieler trugen sich nun in die Torschützenliste ein und jeder übernahm Verantwortung im Torabschluss. Seidenschwarz, in der 45. Minute für den verletzten Wiegand ins Tor gerückt, kam nun auch besser ins Spiel, wodurch alle verzweifelten Versuche der Friedrichshainer, den Ausgleich zu erzielen, abgewehrt werden konnten und jeder Anschlusstreffer mit einem eigenen Tor beantwortet wurde. Am Ende hatte man die mehrmalige 3-Tore-Führung (22:25, 24:27, 30:33) bis zum Schluss gehalten und den Sieg beim 31:35 Endstand eingefahren.

Fazit: Es war ein langer Anlauf, den man nehmen musste, doch er hatte sich gelohnt. In Halbzeit eins machte man sich das Leben noch selbst schwer bzw. musste dem guten Spiel der Gäste Tribut zollen und kam einfach nicht zur Entfaltung der eigenen Spielidee. Resultat war eine offensiv schwache Vorstellung, die obendrein auch taktische vieles von dem vermissen ließ, was die Mannschaft eigentlich ausmacht. Und ohne Tempo, druckvolle 1:1 Bewegungen und Geduld bei der Chancenerarbeitung ist es gegen NARVA schwe Spiele zu gewinnen.
Halbzeit zwei stimmte dann versöhnlich, da man sich in der Halbzeit gut auf das Spiel der Gegner einstellte und alle ergriffenen Maßnahmen weitestgehend fruchteten. Lediglich gegen das 1:1 von Lajeunie hatte man über die gesamte Spieldauer keine Antwort. Da dies allerdings auch die Hauptwaffe der Gastgeber war, konnte man diesen Umstand verkraften, da man die anderen Positionen halbwegs unter Kontrolle hatte. Die 23 geworfenen Tore in Halbzeit 2 sprechen auch für eine Temposteigerung, die es ermöglichte, auch die einfachen Treffer zu setzen.

Der eingangs erwähnte Punkterekord ist geschafft. Doch dies soll nur eine Randnotiz sein, bis die abschließende Punktzahl am 13.05. feststeht. Man kann die verbleibenden 4 Spiele weiter frei aufspielen und die eigene Messlatte mit jedem weiteren Erfolg höher legen. Wozu es dann tabellarisch reicht, ist dabei nur zweitrangig. Momentan punkten ohnehin alle Mannschaften um uns herum und die direkten Duelle warten auch bald auf uns.
Am kommenden Sonntag ist zunächst die Mannschaft von Turnsport 1911 in der Eile zu Gast. Das Hinspiel entschieden wir mit 29:24 für uns und selbstverständlich werden es uns die Weddinger nicht einfach machen, die nächsten Punkte zu holen, benötigen die Gäste doch ebenfalls jeden Punkt, um den eventuell rettenden 10. Tabellenplatz zu erreichen. Es wird also gewiss wieder eine gute Leistung von Nöten sein, um dem Punktekonto 2 Punkte zuzufügen.

Einstimmen kann sich die Fangemeinde dabei schon ab 12 Uhr mit dem Spiel der 3. Herren gegen den SC Siemenstadt und ab 12 Uhr mit dem Spiel der 2. Herren gegen SCC, die beide mit einem Sieg einen gehörigen Schritt in Richtung Aufstieg machen können. Eine volle Halle ist also bei allen Mannschaften von Nöten!

Tor: Wiegand (01. – 45.), Seidenschwartz (46. – 60.)

Feld: Schubert (10/4), Fentz (5), Löprick (4), N. Wenzel (4), Basler (4), Zenker (3), T. Wenzel (3), Teske (1), Muth (1), Fröhlich, Zielke

Zeitstrafen: TuS Hellersdorf 9 – SG NARVA 7

Strafwürfe: TuS Hellersdorf 6/6 – SG NARVA 6/9