Spiel gedreht – 2 Punkte geholt!

Die 1. Männer gewinnt das Rückspiel gegen die HSG Neukölln mit 26:22 (9:13) und untermauert damit den eigenen Anspruch, in dieser Saison zur vorderen Tabellenhälfte zu gehören.

Sie war bei vielen Akteuren vom vergangenen Sonntag noch im Hinterkopf: Die 22:30 Klatsche, die man sich im Hinspiel gegen die HSG Neukölln eingefangen hatte. Damals unterlag man völlig zu Recht nach einer indiskutablen 1. Halbzeit und war, nach einem sehr guten Saisonstart, sehr unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Doch dementsprechend motiviert war man auch, sich und den Gästen zu zeigen, dass es sich dabei nicht um das wahre Leistungsvermögen handelte.

Personell war erstmals seit 5 Spielen Torwart Suchantke nicht mit am Bord. Somit kam Wiegand wieder zu Einsatzminuten und zeigte – ohne den Spielverlauf vorwegnehmen zu wollen –, dass er ebenso ein immens wichtiger Rückhalt seiner Mannschaft sein kann. Ansonsten musste lediglich auf den mal wieder verletzten Plotka und den beruflich verhinderten T .Wenzel verzichtet werden.

Wer beim Hinspiel dabei war, dem wird vor allem unser katastrophal schlechter Start in Erinnerung geblieben sein. Bis zum 0:8 hatte es damals gedauert, ehe der Ball zum ersten Mal im gegnerischen Tor untergebracht werden konnte. Glücklicherweise dauerte es dieses Mal nicht ganz so lange, bis die Eile zum ersten Mal jubeln durfte. Die Anfangsphase war dabei von schnell vorgetragenen Angriffen der Hausherren geprägt, die Neukölln mit gut vorgetragenem Positionsspiel konterte.

Bis zum 6:6 lieferte man sich so ein Duell auf Augenhöhe, bis E. Frimpong im Gäste-Tor aufdrehte und immer mehr freie Würfe zu fassen bekam. So setzten sich die Neuköllner bei 6:10 erstmals ab und gaben diesen Vorsprung bis zum Pausenpfiff und dem 9:13 auch nicht mehr ab. Bezeichnend für diese Phase, dass man Sekunden vor der Schlusssirene von HSG-Neuzugang Sanftleben einen ganz einfachen Treffer kassierte und diesem dabei freundlichen Geleitschutz gab. Die, ob der vielen Fehlwürfe entstandene, Unsicherheit aus dem Angriff übertrug sich also leider auch auf die Defensive.

In der Kabine wurde angemahnt, sich nicht vom guten Keeper der Südberliner einschüchtern zu lassen und weiterhin mit Mut und Konzentration abzuschließen. Taktisch wurde noch einmal auf die vielen Kreisanspiel eingegangen, die J. Frimpong am Kreis immer wieder gefährlich werden ließen und eigentlich einfach zu verteidigen waren. Mit dem festen Willen, über nun bessere Abschlüsse, die gut erspielten Möglichkeiten auch in zählbares umzumünzen, ging es dann in die zweiten 30 Minuten an diesem Sonntagnachmittag.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Mit 3 Toren in Folge meldete sich die Haude-Sieben nun eindrucksvoll im Spiel zurück. Den Gästen wurde über 6 Minuten kein Treffer gewährt und selbst nun besser abgeschlossen, so dass beim 12:13 das Spiel wieder völlig offen war. Einziges Manko war zu dieser Zeit die wieder einmal mehrfach verpasste Möglichkeit, das Spiel sofort auszugleichen. Dadurch gelang es der HSG doch noch einmal sich leicht auf 14:17 abzusetzen, bevor die stärkste Phase der 1. Männer folgen sollte.
Nun angetrieben von einem wieder einmal überragend aufspielenden Schubert und einem Wiegand, der mehrere Bälle parieren konnte, zog man beim 17:17 erstmals seit dem 5:5 wieder gleich und verpasste dem Gegner auch den nächsten Nackenschlag, in dem man auch die Führung sofort für sich beanspruchte. Die Abwehr arbeitete mit jedem Gäste-Angriff besser und verteidigte bravourös die Kreisanspiele. Auch die gefährliche Rückraumreihe um Sparke und Sanftleben wurde immer wieder gestellt und die HSG somit vor große Probleme gestellt.

Die Manndeckung gegen Schubert, der man sich in der letzten Viertelstunde gegenüber sah, parierte man mit dem 7. Feldspieler im Angriff, wodurch einfache Tore erzielt werden konnten. Kurzum: Es war eine sehr, sehr gute Leistung in Abschnitt zwei zu verzeichnen. Beim 23:20 hatte man sich auf 3 Treffer abgesetzt und gab diese Führung bis zum Schlusspfiff auch nicht mehr her. Endstand: 26:22

Fazit: Die Leistungssteigerung brachte den Erfolg. Es gelang, den Spielern in der Halbzeit wieder etwas Mut einzuimpfen, so dass in der zweiten Hälfte die Chancen hochprozentig genutzt werden konnten. Einzig von den Außenpositionen ließ man an diesem Tag zu viele Bälle liegen. Mehr als 8 Fehlwürfe von diesen Positionen sind einfach unnötig. Selbstverständlich war es dennoch eine der besten Halbzeiten der Saison und Trainer Haude erfreute sich insbesondere an der leidenschaftlichen Defensivarbeit, die sicherlich Grundlage dafür war, über das schnelle Umkehrspiel das Spiel noch gewinnen.

Doch auch die schlechte erste Halbzeit muss beim Rückblick mit einfließen. Dort machte man sich das Leben selbst sehr schwer und hatte zum Teil keine Antwort auf das Spiel der Gäste. Nicht immer wird eine Halbzeit mit 8 Treffern zu gewinnen (Spielstand 2. Halbzeit 17:9) und ein Spiel somit noch zu drehen sein. Hier muss man in den kommenden Duellen aufpassen und ansetzen, damit die Konzentration im gesamten Spiel hoch genug ist, um aus den eigenen Möglichkeiten nutzen zu ziehen.

Am kommenden Wochenende ist spielfrei, da man sich aus dem diesjährigen Pokalwettbewerb bereits vor einigen Monaten verabschiedet hat. Die zwei Wochen bis zum nächsten Spiel (26.03., 14 Uhr bei der SG NARVA) sollen genutzt werden, um die Akkus wieder etwas aufzuladen und noch einmal Kraft zu tanken, bevor es in den Endspurt der Saison geht. 5 Spiele sind es noch und obwohl man das eigene Saisonziel schon erreicht hat, gibt es noch genug Ziele in dieser Saison. Die Liga ist sehr ausgeglichen und mit den momentanen 20 Punkten steht man auf einem 6. Platz. Jetzt geht es darum, ohne Druck zu schauen, was nach oben noch gehen kann.

Tor: Wiegand (01. – 60.)

Feld: Schubert (10), Odebrecht (3/1), Geißhardt (3), Muth (3), Fröhlich (2), Wenzel (2), Zenker (2), Zielke (1), Teske, Basler, Löprick, Fentz, Binting (n.e.)

Strafwürfe: TuS Hellersdorf 1/3 – HSG Neukölln 5/6

Zeitstrafen: Tus Hellersdorf 3 – HSG Neukölln 6