Endlich belohnt!

Die 1. Männer schafft es endlich ein Team von der Tabellenspitze zu ärgern und sichert sich beim 29:29 (18:15) beim VfV Spandau einen Bonuspunkt im Kampf um die Plätze im vorderen Mittelfeld.

Nach der Niederlage in der Vorwoche wurde in der Trainingsarbeit verstärkt wert auf die Abschlüsse gelegt. Kein Wunder bei noch 29 Fehlwürfen vor Wochenfrist. Das Duell gegen den VfV Spandau wollten unsere Männer genauso mutig und entschlossen führen, wie man es auch gegen den PSV getan hatte. Der VfV hatte am letzten Spieltag spielfrei, da man sich im DHB-Amateur-Pokal-Viertelfinale befand. Dieses gestalteten die Mannen um Jürgen Leyer auch siegreich und zogen somit in das Halbfinale ein. Glückwunsch an dieser Stelle auch aus Hellersdorf.

Dieser Umstand ließ einem eigentlich angst und bange werden. Die Spandauer hatten im Viertelfinale nämlich niemand geringeren als die Bundesligareserve des THW Kiel ausgeschaltet und befanden sich somit sicher auf einem absoluten Höhenflug. Diesen Umstand wollten wir uns allerdings zu Nutze machen, denn der harte Ligaalltag nach dem Pokalausflug kann manchmal schwerere Beine machen, als einem lieb ist.

Apropos Angst und Bange. Wer die ersten handgestoppten 92 Sekunden der Partie vom Sonntagabend gesehen hatte und es gleichzeitig mit dem TuS hielt, dem waren diese Gefühle sicherlich nicht fremd. 3:0 führten die Hausherren aus Spandau zu diesem Zeitpunkt bereits und unsere Mannschaft hatte sich lockere 3 Ballverluste erlaubt. TuS-Trainer Haude reagierte mit der wahrscheinlich  frühestens Auszeit der Saison und erinnerte seine Jungs noch einmal an den Matchplan.

Der VfV legte postwendend das 4:0 nach, doch dann waren auch unsere Männer im Spiel. Durch nun besseres Angriffsspiel erarbeitete man sich die Möglichkeit, auch mal die eigene Deckungsformation einzunehmen und stellten den Kontrahenten dort zunächst mit einer offensiven Variante vor Probleme. Beim 5:5 hatte man wieder ausgeglichen, musste aber nach dem 7:7 die Spandauer bis auf 13:7 (19.Minute) enteilen lassen.

Immer wieder gestattet man in dieser Phase besonders Shooter Rau im linken Rückraum zu viele Freiheiten und ließ ihn unbedrängt über die Mitte abschließen. Suchantke im Tor war gegen diese Würfe noch machtlos. Auch die Außen der Spandauer gewährte man zu viel Raum, den diese gewohnt hochprozentig nutzten. Man musste böses befürchten, wenn man nicht schnell wieder besseren Zugriff fand. Bis zum 17:11 (27. Minute) liefen wir dem Rückstand hinterher, mussten aber immerhin nicht weiter abreißen lassen.. Die Auszeit der Gastgeber zu diesem Zeitpunkt und die damit verbundene Umstellung auf ein 7:6 Überzahlspiel  brachte uns die Möglichkeit, uns noch einmal neu zu sortieren. Wir konnten uns somit mehrere Bälle in der Defensive erarbeiten und über schnell vorgetragene Angriffe oder einen Wurf ins verlassene Tor verwerten. So ging es mit einem erträglichen 18:15 in die Pause.

Irgendwie war es ein typisches Gastspiel am Falkenseer Damm. Erst überrollt, dann doch das Gefühl in der Partie zu sein, kleine Unachtsamkeiten und zack – 6 Tore hinten. Positiv war lediglich, dass wir durch den Endspurt noch Tuchfühlung hatten und nur mit -3 in die Kabinen mussten.
Das Ziel für Halbzeit zwei wurde klar formuliert: Je länger das Spiel offen gehalten würde, umso höher waren die Chancen, dass Spandau entweder nervös wurde oder die Kräfte auf Grund der Belastung der Vorwoche schwanden. Mit dem Vorhaben insbesondere die eigenen Fehler zu reduzieren ging es dann in Abschnitt zwei.

Und auch dieser zweite Abschnitt lief anfangs typisch für unsere sonstigen Auftritte in dieser Halle. Bis zum 22:19 war man noch voll im Rennen, bevor jeder kleine Fehler wieder knallhart bestraft wurde. Beim 25:19 (40. Minute) war Spandau wieder auf 6 Tore weg und nur die kühnsten Optimisten glaubten wohl noch daran, etwas Zählbares von der langen Auswärtsfahrt mitnehmen zu können.
Alle Pessimisten hingegegen hatten die Rechnung ohne den Kampfgeist der TuS-Mannen gemacht. Beim 25:23 hatte man 3 Treffer in Folge erzielt und das Spiel drohte zu kippen.

Die Abwehr – Mitte der zweiten Halbzeit auf 6:0 umgestellt – wurde wieder offensiver aufgestellt und man konnte somit den Druck auf den Spandauer Rückraum erhöhen. Suchantke im Tor fischte nun nahezu alles weg, was dennoch durchkam. Kleiner Wermutstropfen: Man verpasste es, näher heran zu kommen. Eine gefühlte Ewigkeit blieb der Spielstand bei 25:23 bevor Spandau dann doch wieder zwei Angriffe nutzte und wieder auf 27:23 enteilt war. Beim 27:24 (54. Minute) zog Heimtrainer Leyer dann wieder die grüne Karte und bat zur Auszeit. Spandau war sichtlich K.O. und musste dem hohen Aufwand der Vorwoche Tribut zollen. Uns gab diese Auszeit die große Möglichkeit nun selbst auf das 7:6 Spiel umzustellen und den Torhüter im Angriff auszuwechseln.

Was dann folgte, war schier großartig. Die Mannschat nutzte diesen Moment, um sich auf die letzten Minuten einzuschwören und gab noch einmal Vollgas. Mit 4 Treffern in Folge drehte man das Spiel und war 2 Minuten vor Abpfiff plötzlich in Front. Spandau glich noch einmal aus, bevor man wieder die Führung vorlegte (28:29) und noch eine Minute zu spielen war. Die Gastgeber mobilisierten die letzten Reserven und zogen einen Strafwurf, der gleichzeitig mit einer Zeitstrafe bestraft wurde. Suchantke brachte zwar die Hand an den Ball, doch dieser fand dennoch den Weg ins Tor.

Bei einer gespielten Zeit von 59:32 folgte dann die eigene Auszeit. Man nahm erneut den Torhüter vom Feld und wollte somit die 2-Minuten-Strafe kompensieren, hatte jedoch die Rechnung ohne die Schiedsrichter gemacht. Diese hoben sofort den Arm (wohlgemerkt schlanke 20 Sekunden nach dem Treffer für Spandau) und man verlor den Ball. Spandau konterte nochmal, doch Plotka stibitzte dem einwurfbereiten Kreisläufer 10 Sekunden vor Abpfiff den Ball aus der Hand. Die verbleibende Spielzeit konnte nicht mehr zu einem Torerfolg genutzt werden. Endstand 29:29

Fazit: Wahnsinn! Endlich mal in Spandau gepunktet. Und was für ein Punkt! Mit einer nicht immer guten, dafür aber immer leidenschaftlichen Leistung ließ man sich auch von vielen Nackenschlägen nicht beeindrucken und belohnte sich am Ende dafür mit einem Punkt. Der Punkt war sicherlich mehr als glücklich, hatten die Gastgeber doch mehr als einmal die Chance das Spiel zu entscheiden und nutzten diese nicht.
Ein Sieg war zwar am Ende möglich, wäre aber des Guten zu viel gewesen, wenn man betrachtet, dass es im ganzen Spiel nur zwei eigene Führungen (58. Und 59. Minute) gab. Dafür hätte man von Anfang an konzentrierter spielen müssen.

Am kommenden Wochenende geht es dann darum, diesen Punkt nicht zu einer kleinen Randnotiz verkommen zu lassen. Nur mit einem Heimsieg gegen die HSG Neukölln behält man den Kontakt zu den Plätzen 3-5. Dafür benötigt es eine ähnlich gute Leistung wie in den beiden vorangegangenen Spielen, denn die Neuköllner haben uns schon im Hinspiel unsere Grenzen aufgezeigt und dieses Spiel deutlich gewonnen. Anpfiff ist am Sonntag um 15 Uhr in der Eile.

Tor: Suchantke (01. – 60.)

Feld: Schubert (11/4), Plotka (5), Löprick (3), Fentz (2), Basler (2), Muth (2), Zenker (2), Fröhlich (2), Teske, N. Wenzel, Binting

Strafen: TuS Hellersdorf 1 – VfV Spandau 4

Strafwürfe: TuS Hellersdorf 4/4 – VfV Spandau 4/4