Weiter vorwärts

Die 1. Männer gewinnt das Heimspiel gegen den CHC am Ende souverän mit 24:19 (12:10) und muss sich dabei nur kurzfristig in Halbzeit eins Sorgen um den Sieg machen.

Die Vorzeichen waren klar: Mit einem Sieg gegen die Charlottenburger würde man sich bis auf 8 Punkte vom Aufsteiger absetzen können. Ein lohnenswertes Ziel. Das dieses an diesem Sonntagabend nicht ganz so leicht zu erreichen sein würde, war allerdings auch jedem klar. Zumal man zwei Winterurlauber zu verkraften hatte. Neben Muth fehlte mit Schubert auch der Dreh- und Angelpunkt des eigenen Spiels. Ein Umstand, den es erst einmal aufzufangen galt.

Das die Mannschaft die Ansprache vor dem Spiel und die Wichtigkeit der Partie an sich verstanden hatte, zeigte sie von Beginn an auf der Platte. Durch eine blitzsaubere Abwehrarbeit gestattete man den Gästen in den ersten 10 Minuten gerade einmal ein Tor und traf dabei selbst sechs Mal ins Schwarze. Im Angriff variabel, in der Abwehr beweglich und agil, eine gute Mixtur für einen geruhsamen Abend.  Blöd nur, dass die beiden guten Schiedsrichter die Abwehrarbeit von Wenzel junior allzu agil fanden und den jungen Mann in der 12. Minute mit Rot vom Platz stellten. Eine Beurteilung zu diesem „Schlag in die Nierengegend“ (Zitat Schiedsrichter) bei einer normalen Abwehraktion fällt schwer, da man diesen im Abwehrgewühl nicht ausmachen konnte, doch der Unparteiische war sich seiner Sache sehr sicher und demzufolge wollen wir uns an dieser Stelle mit jeglichem Kommentar zurück halten.

Zu sprechen ist allerdings über die Reaktion der Mannschaft, denn der Platzverweis führte zu einem klaren Bruch im eigenen Spiel. Auf einmal gewährte man den Gästen zu viel Platz in der Offensive und ließ im Angriff den Schlendrian durch ungenaue Abschlüsse einkehren. Die Folge war, dass der CHC schneller wieder im Spiel war, als man „Heimsieg“ buchstabieren konnte. Spätestens bei 6:5 schrillten die Alarmglocken, doch auch eine Auszeit half in dieser Phase nur bedingt und die weit angereisten Gäste konnten beim 8:9 tatsächlich in Führung gehen.

Gut, dass die Mannschaft sich dann wieder auf das Erfolgsrezept der ersten Minuten besann und den Laden hinten wieder dicht machte. In der Defensive, angeführt von einem gut aufgelegten Suchantke im Tor, agierte man wieder zielstrebiger gegen die Angriffsbemühungen des CHC und konnte so wieder Bälle erobern und hatte auch endlich herausgefunden, dass bei einem Torwart, der mit dem Kopf annähernd die Latte berührt, Würfe in die oberen Torregionen zumeist zum scheitern verurteilt sind. Der 4:1 Lauf zu unseren Gunsten führte dann zum Halbzeitstand von 12:10.

Natürlich wurden in der Kabine wie immer die Knackpunkte besprochen. Mit Ausnahme der 10 Minuten nach der roten Karte, machte die Mannschaft ein gutes Spiel und war von allen Position gefährlich. Auch die Defensivarbeit wusste zu überzeugen, wenn die Konzentration ob der langen Angriffssequenzen der Gäste oben gehalten werden konnte. Es war also alles vorhanden, um das Spiel in Halbzeit zwei endgültig in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ein kurzer Schreckmoment dürfte für viele der Zuschauer der Anfang des zweiten Abschnitts gewesen sein. Man schaffte es über 5 Minuten nicht, den Ball im gegnerischen Tor unter zu bringen und musste sich umso mehr auf die gute Abwehrarbeit verlassen. Doch auch dies gelang naturgemäß nur begrenzt, weshalb die Charlottenburger beim 12:12 noch einmal ausgleichen konnten. Was folgte war dann jedoch aller Ehren wert. In der Defensive hatte man die Kreisanspiele wieder besser im Griff und konnte nun auch vorne hochprozentig treffen. So setzte man sich über 16:13 und 18:14 bis auf 22:17 ab. Dabei agierte man mit einer, in Anbetracht des Fehlens des etatmäßigen Regisseurs, erstaunlichen Ruhe und Abgeklärtheit. Immer wieder wurden gute Kombinationen gelaufen und die Mitspieler in aussichtsreiche Wurfpositionen gebracht. Egal ob Zenker oder Odebrecht, beide dirigierten gut und konnten sich dabei auf die nimmer müden Basler und N. Wenzel an ihrer Seite verlassen.

Einzig das Umschaltspiel konnte nur bei der ersten Welle überzeugen. Die zweite Welle lief nicht so druckvoll wie gewohnt, was an diesem Tag jedoch verschmerzbar war. Man hatte dafür die im Vorfeld als sehr gefährlich ausgemachte Umkehrbewegung der Gäste über 60 Minuten im Griff und zwang die Charlottenburger somit oft in einen aufreibenden Positionsangriff.
So war es am Ende eine eigentlich runde Mannschaftsleistung, die zum nur kurz gefährdeten 24:19 Heimsieg führte.

Fazit: Test bestanden! Für Trainer Haude war es eine spannende Angelegenheit zu sehen, wie die Mannschaft auf die Ausfälle reagieren und wer in dieser Phase die Verantwortung übernehmen würde. Die Last wurde, wie es sich gehört, auf mehrere Schultern verteilt und alle trugen ihren Teil zum gelingen bei. Auch die Außenspieler, die in diesem Spiel im Positionsangriff nicht ganz so viel zu verwerten hatten, überzeugten in der ersten Welle und besonders auch in der Abwehr, wo T. Wenzel und Teske gute Defensivleistungen zeigten.
So machte man es auch Suchantke im Tor etwas leichter, der einen sehr guten Tag erwischte und zahlreiche Chancen vereiteln konnte.

Mit dem zweiten Sieg in Serie hat man sich wieder voll im „Mittelfeld“ der Liga positioniert. Wobei das Mittelfeld, wie in den letzten Jahren schon fast Tradition im Berliner Oberhaus, nahezu die halbe Liga umfasst. Spandau und PSV scheinen den Meister unter sich auszumachen, während der Rest sich um die Plätze kabbelt. Im Tabellenkeller muss man sehen, ob es CHC oder den anderen Mannschaften gelingt, noch eines der etablierten Teams in den Abstiegsstrudel zu reißen.

Für unsere Farben geht es erst nach einer 4-wöchigen Spielpause weiter. Dann wartet mit der SG Ajax/Altglienicke das Tabellenschlusslicht auf uns. Doch es ist Vorsicht geboten: Die Köpenicker haben bisher alle Spiele knapp gestalten können und besonders gegen die Mannschaften von ganz oben zum Teil sehr gute Leistungen gezeigt. Die Mannen von Torsten Nischwitz sind also in keiner Weise zu unterschätzen, da Sie insbesondere vor dem heimischen Ajax-Publikum immer für einen doppelten Punktgewinn gut sind.
Am 18.02.2017 werden wir gefordert sein, den Erfolg aus dem Hinspiel zu wiederholen und uns sowohl noch mehr nach oben zu orientieren, als auch dem vor Saisonbeginn gesteckten Saisonziel gerecht zu werden.

Tor: Suchantke (01. – 60.), Wiegand

Feld: Odebrecht (6/2), Geißhardt (4), Basler (4), Fröhlich (3), Plotka (3), N. Wenzel (2), Zenker (2), Teske, Fentz, Binting, T. Wenzel, Löprick

Strafen: TuS 3 + 1 x Rot – CHC 5

7m: TuS 2/6 – CHC 4/4