15-minütige Auszeit kostet Punkte – 1. Männer unterliegt deutlich gegen Spandau

Außer Spesen nichts gewesen. Die 1. Männer unterliegt dem Aufstiegsaspiranten vom VfV Spandu auch in der Höhe verdient mit 23:29 (10:17) und muss sich hinterher besonders über die eigene Schlafmützigkeit beim verwerten der zahlreichen Torchancen ärgern.

Mit breiter Brust wollten wir diese Partie angehen. Vor der Herbstpause hatten wir durchweg gute Leistungen gezeigt und uns ein solides Punktekonto von 7:1 aufgebaut. Die Pause kam für uns natürlich relativ ungelegen, doch wir haben die Zeit genutzt, um weiter an den vorhandenen Schwachstellen zu arbeiten. Zwei Testspiele gegen Altlandsberg und NARVA II wurden ebenfalls absolviert, um im Vorfeld des Spiels die gewohnten Abläufe wieder zu festigen. Mit Spandau wartete schließlich eine harte Nuss auf uns. Nur ungern erinnerten wir uns an das Vorjahr, als wir zwei herbe Klatschen gegen die schnelle Truppe vom westlichen Stadtrand hinnehmen mussten.

Der Start in die Partie war dabei die beste Phase unserer Mannen im mittlerweile gewohnten schwarz. Es entwickelte sich in der ersten Viertelstunde ein absolutes Spiel auf Augenhöhe, bei dem beide Mannschaften sehenswerten Angriffshandball zeigten. Mit enormen Tempo agierten beide Teams und auch im gebundenen Spiel waren immer wieder gelungene Aktionen zu bestaunen. Die 1. Männer legte dabei bis zum 7:6 jeweils einen Treffer vor, ehe die Spandauer kurzfristig die Führung beim 8:9 übernahmen. Nichts, aber auch gar nichts deutete dann beim Zwischenstand von 9:9 auf einen derartig deutlichen Spielverlauf hin, wie ihn die Zuschauer leider in der Folge erleben mussten.

Denn was auch immer in den Köpfen zu diesem Zeitpunkt passierte, es war fatal für den Ausgang des Spiels. Vorher noch so sicher im Abschluss, vergaben wir plötzlich reihenweise beste Torchancen. Natürlich hielt der Spandauer Schlussmann auch den einen oder anderen Ball gekonnt, doch in der Mehrzahl scheiterten wir eher an uns selbst, am Gehäuse oder direkt am zu klein geratenen Tor. So war es nicht verwunderlich, dass die Spandauer erst auf 9:11 und 10:13 davonzogen, ehe sie bis zur Halbzeit auf 10:17 enteilt waren. Uns gelang also in ca. 14 Minuten noch ein Treffer und gegen eine Spitzenmannschaft wie Spandau, mussten wir dafür bitteres Lehrgeld bezahlen. Denn die Mannen von Trainer Jürgen Leyer kennen solche Schwächephasen nur vom Gegner. Unbeirrt zogen Sie ihre Kreise, vergaben auch mal ab und zu einen Wurf, doch nutzten in der Gesamtheit ihre Chancen sicher und hatten somit keinerlei Mühe, den Halbzeitstand derart komfortabel zu gestalten.

Es lag viel Arbeit vor uns, wenn wir dieses Spiel noch gewinnen wollten. Coach Haude gab die taktische Ausrichtung vor, im Angriff nur noch im 7:6 zu agieren. Defensiv war trotz 17 Gegentreffern nicht viel Änderungsbedarf. Das Hauptproblem für die vielen Gegentore lag im Angriff, denn durch die schlechten Würfe luden wir die Spandauer zu kräftesparenden Gegenstößen ein. Mit neuem Mut und noch längst nicht gewillt, die zwei Punkte kampflos abzuschenken gingen wir dann in die 2. Halbzeit.

Was sich dem Zuschauer dann in den ersten 5 Minuten bot, war ein Spiegelbild unseres glücklosen Spiels. Wir generierten abermals 4 völlig freie Würfe, doch der Ball wollte, egal ob von außen, vom Kreis oder beim Strafwurf, einfach nicht ins Tor. In eben jenen 5 Minuten kassierten wir keinen Gegentreffer und vergaben somit die Chance, sofort wieder in das Spiel zu finden. Die Spandauer Gäste ließen sich nicht zweimal bitten und zogen bis auf 12:21 davon. Eine kleine Vorentscheidung war also gefallen, doch ein Kompliment muss der Mannschaft gemacht werden. Vor genau einem Jahr ließ man sich an gleicher Stelle beim 25:37 vollends gehen und kassierte die höchste Niederlage der abgelaufenen Spielzeit. Diesmal zeigte man sich deutlich gefestigter und spielte unbeirrt auch gegen das fehlende Wurfpech an. Und die Bälle fielen langsam aber sicher auch ins Netz. Es wurden zwar weiterhin reihenweise beste Chancen ausgelassen, doch hier spielte sicher auch das Torhüter-Plus hinein, dass die Spandauer an diesem Tag hatten. Das Spiel plätscherte ein wenig vor sich hin, da die Gäste das Spiel gut verwalteten und keine wirkliche Gefahr mehr aufkommen ließen. Jeder unserer Treffer wurde mit einem Gegentor beantwortet und über die Spielstände 15:24, 18:26 und 19:28 gelang uns erst zu diesem späten Zeitpunkt noch etwas Ergebniskosmetik. Mehrere schnelle Angriffe konnten erfolgreich abgeschlossen werden und das Ergebnis mit 23:29 so noch halbwegs erträglich gehalten werden.

Fazit: Verdienter Sieg für Spandau. Der VfV zeigte sich wie in der Vorsaison sehr kombinationssicher und mit einem gehörigen Zug zum Tor. Verbunden mit der exzellenten Athletik, werden die Spandauer wohl nicht zu Unrecht als heißester Kandidat auf die diesjährige Meisterschaft gehandelt.
Für uns kann es nur darum gehen, die Lehren aus diesem Spiel zu ziehen und auch die positiven Dinge mitzunehmen. Wir konnten über weite Strecken ebenbürtig agieren und handelten uns die Niederlage insbesondere in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit ein, als wir so gar keinen Wurf mehr treffen wollten. Davor und danach war es ein Spiel auf Augenhöhe, auch wenn dies bei den ZWischenständen schwer zu glauben ist. Doch zum Handball gehört nunmal das man den Ball auch im Gehäuse unterbringt und dies machten die Gäste an diesem Tag nun einmal deutlich besser.

Als nächster Gegner wartet in der 4. Runde des Landespokals die SG Rotation Prenzlauer Berg auf uns. Die Mannschaft von Roland Wendisch und Bernd Weitling musste in der letzten Saison den bitteren Gang in die Landesliga antreten und zeigt dort nun, dass der Abstieg im letzten JAhr völlig überflüssig war. Mit hohen Siegen sind die Prenzlberger auf einem guten Weg, den direkten Wiederaufstieg einzutüten. Für uns wird es darum gehen, den Rhythmus für die kommenden wichtigen Wochen in der Liga aufrecht zu erhalten. Selbstverständlich wird es unser Ziel sein, ins Achtelfinale einzuziehen, auch wenn uns klar ist, dass auf uns eher ein Vergleich auf Augenhöhe, als das klassiche David gegen Goliath Pokalspiel wartet. Anpfiff ist am Sonntag, 13.11. um 15:30 Uhr im Velodrom.

 

Tor: Wiegand (01. – 30.), Suchantke (30. – 60.)

Feld: Odebrecht (6), Schubert (5), N. Wenzel (3), Muth (3), Geißhardt (2), Fentz (2), Teske (1), Zenker (1), Löprick, Basler, Fröhlich, Binting (n.e.)

7m: TuS 0/3 – Spandau 4/6

Zeitstrafen: TuS 4 – Spandau 6