Start-Ziel-Sieg mit Hindernissen

Die 1. Männer gewinnt auch das dritte Saisonspiel einigermaßen souverän mit 25:21 (11:10) gegen die SG Ajax/Altglienicke, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, den Gästen zu lange die Tür zurück ins Spiel offen gehalten zu haben.

Ja, damit hatte die Mannschaft schon immer Probleme. Es mutet natürlich auch als Meckern auf hohem Niveau an, wenn man sich nach einem sicheren Sieg gegen einen direkten Konkurrenten darüber beschwert, den Sack nicht frühzeitig zugemacht zu haben. Und doch: Dieser Makel zog sich durch das gesamte Spiel.
Imposant die ersten Minuten, als den Gästen aus Köpenick nichts und unserer 1. Männer alles gelingen wollte. Über gut herausgespielte Chancen war man im Positionsangriff gefährlich, die Abwehr stand bombenfest und die schnellen Ballverluste der SG wurden in schnelle Angriffe umgemünzt. So stand es bereits nach 10 Minuten 4:1 und schon hier vergaben wir gute Chancen auf eine höhere Führung. Gäste Coach Nischwitz reagierte mit einer Auszeit und konnte seine Mannen besser auf unser Spiel einstellen. Besonders in der linken Abwehrseite hatten wir fortan Probleme mit dem agilen Kupetz, der immer wieder gefährlich in die Nahdistanz gelassen wurde. Zwar konnten wir bis zum 9:4 (15. Minute) den Abstand konstant halten, doch es schlichen sich auch im Angriffspiel vermehrt Nachlässigkeiten ein. Uns gelangen bis zum Pausenpfiff noch magere 2 Tore, weil die Köpenicker Nico Wenzel besser in den Griff bekamen und dessen Nebenleute sich zu sehr auf gelungene Einzelaktionen von eben jenem Wenzel verließen. Keine gute Mixtur für eine erfolgreiches Positionsspiel. So schmolz der Abstand über 9:6 und 10:8 bis auf 11:10, als die Gäste mit dem Schlusspfiff per Strafwurf die Möglichkeit zum Ausgleich bekamen. Suchantke parierte jedoch bereits den zweiten 7m und wir gingen immerhin mit einer Führung in die Kabine.

Coach Haude war keineswegs angetan von der dargebotenen Leistung und verlieh dieser Tatsache auch Ausdruck. Zu schläfrig das Auftreten nach der gelungenen Anfangsphase und zu vorhersehbar die Tatsache, dass dies nicht auf Dauer gut gehen würde. Mit klaren Handlungsanweisungen gegen die gegnerische Abwehr – Schubert wurde seit der 25. Minute in Manndeckung genommen – ging es wieder in die Halle.

Was noch wichtig war: Passend zum eher biederen Auftritt der Mannschaft hatte sich Löprick in Minute 30 noch eine unnötige Zeittrafe eingehandelt und somit waren wir die ersten 2 Minuten in Unterzahl. Die SG aus Köpenick nutzte die Gunst der Stunde und stellte sofort auf 11:11 und konnte diesen ersten unentschiedenen Spielstand seit dem 0:0 auch beim 12:12 und 13:13 erreichen. Gut, dass wir nun mit einer anderen Körpersprache vom Pausen-Stelldichein kamen und im Angriff auch in Unterzahl trafen. Diesmal behielten wir diese Art und Weise des Handballs auch über 30 Minuten konstant. Was folgte, war dann fast zu erwarten. Wir gingen wieder in Führung und konnten diese, basierend auf einem weiterhin guten Abwehr- und Torwartspiel, auf 17:15 und 20:16 ausbauen. Endlich war Elan und Kreativität im Angriff (Gruß an Wenzels „Behind-the-back“-Tor) zu sehen. Die besprochene Lösung gegen die Manndeckung wurde zufriedenstellend umgesetzt und immer wieder wurden gefährliche Situationen kreiert. Einzig die schlechte Chancenverwertung zog sich wie ein roter Faden durchs Spiel und verhinderte auch in Abschnitt zwei die Vorentscheidung. So können wir uns glücklich schätzen, dass unsere Torhüter insgesamt 6 Strafwürfe parierten und somit zumindest ein kleines Ruhepolster zwischen den Mannschaften schafften. Die Gäste schafften es nicht mehr, sich noch einmal gegen die Niederlage zu stemmen und so konnten wir die Partie sicher nach Hause bringen. Auch, weil Löprick wie gegen den CHC, zum Mann der letzten Minuten avancierte und auch die Manndeckung der Köpenicker durch gute Laufarbeit einwandfrei bespielt wurde. Endstand 25:21

Fazit: Es ist noch nicht alles Gold was glänzt. Ein alter, aber immer noch aktueller Spruch. Natürlich gibt es kaum schönere Momente für eine Handballmannschaft als mit 3 Siegen in die Saison zu starten, die Tabellenführung zu verteidigen und im großen und ganzen auch wirklich guten Handball zu zeigen. Doch das nächste Hindernis lauert immer hinter jeder Ecke. Die SG aus Köpenick bot uns über 60 Minuten die Stirn und nur durch die gute Abwehrleistung konnten wir das Spiel in Halbzeit eins in die Pause retten.  Löblich, dass die in der Pause besprochenen Dinge so sauber umgesetzt wurden und der Sieg sehr verdient eingefahren wurde. Immerhin lag man zu keinem Zeitpunkt zurück und führte über 55 Minuten des Spiels. Zwei weitere Punkte auf unserer Reise konnten somit eingepackt werden und auch ein Vergleich mit der Vorsaison macht Spaß. 6 Punkte hatten wir in der vergangenen Saison am 13. Spieltag erstmals.

Am nächsten Wochenende (Sonntag, 02.10., 17 Uhr) wartet einer der Meisterschaftsfavoriten auf uns. Zu Gast beim PSV treffen wir auf eine Mannschaft, die sich im Sommer hochkarätig verstärkt hat und mit reichlich Erfahrung aufwarten kann. Trotz des Platzes an der Sonne gehen wir natürlich als Außenseiter in die Partie in der Lili-Hennoch-Halle im Sportforum, werden aber selbstverständlich alles daran setzen, die weiße Weste so lange wie möglich sauber zu halten. Im letzten Jahr scheiterten wir erst in der Schlussekunde bei den Polizisten und mussten uns in einem atemberaubenden Spiel mit einem Tor geschlagen geben. Mal sehen, wie wir dieses Mal dagegenhalten können.
Übrigens ist am Montag Feiertag. Also gibt es keine Gründe, die Mannschaft nicht zu unterstützen. Vor allem, weil ab 15 Uhr schon die jeweils zweiten Mannschaften die Klingen kreuzen, bevor ab 17 Uhr die Flaggschiffe aufeinandertreffen. Wir können es kaum erwarten!

Tor: Wiegand, Suchantke

Feld: N. Wenzel (6), Schubert (6/2), Basler (4), Löprick (4), Fentz (3), Fröhlich (1), Teske (1), Muth, Zenker, Geißhardt, T.Wenzel (n.e)

7m: 2/2  TuS – 4/10 SG Ajax/Altglienicke

Zeitstrafen: 6 TuS – 3 SG Ajax/Altglienicke