Gewankt, aber nicht gefallen – 1. Männer mit erstem Saisonsieg

Furios – nach zwischenzeitlichem 10:16 Rückstand sichert sich die 1. Männer zwei nicht mehr für möglich gehaltene Punkte und gewinnt das Spiel gegen die SG OSF II durch einem echten Kraftakt mit 24:22 (9:15).

Es ist immer so eine Sache mit den Schlüsselspielen. Man will sie nicht zu früh ausrufen und ohnehin ist ja noch massig Zeit in der Saison. Gerade einmal der 3. Spieltag und demzufolge auch noch 40 Punkte zu vergeben. Man möchte den Druck nicht unnötig vor dem Spiel erhöhen. Doch eins war klar: Wer wie wir mit 0:4 Punkten in die Saison startet und dabei direkt die drei Aufsteiger in die Liga bespielt, der ist im dritten Spiel theoretisch betrachtet unter Druck. 3 Niederlagen zu Saisonbeginn und der Weg zum wieder angestrebten Klassenerhalt würde erheblich steiniger werden, so viel war klar.

Die Mannschaft musste die Ausfälle von Odebrecht und Simmat verkraften. Gegenüber der Vorwoche stand T. Wenzel von Beginn an im Kader und lediglich Hammer und Plotka mussten auf der Tribüne Platz nehmen. Wir waren auf die Knackpunkte vorbereitet, hatten die wichtigen Aktuere im Angriff der Schöneberger ausgemacht und die defensive 5:1 Deckung zu genüge besprochen. Dennoch, und das müssen wir uns ankreiden lassen, gelang zum dritten Mal in Folge ein kompletter Fehlstart. Die Gäste lagen schnell 0:4 in Front, weil sich hier bereits ein großes Problem zeigte, mit dem wir in Halbzeit eins noch zu kämpfen hatten: Wir bewegten uns ungenügend im Angriff und verstrickten uns in Einzelaktionen. Daraus resultierten schnelle Gegentreffer und wir mussten einen ersten Dämpfer hinnehmen. Doch das Team steckte nicht auf und arbeitete sich in die Partie. Beim 5:5 hatten wir ausgeglichen und besonders in der Deckung mehrere gute Aktionen gezeigt, durch die wir einfache Tore erzielen konnten. Leider folgte nach einer kurzen, ausgeglichenen Phase (6:5, 7:6, 7:8) ein erneuter Bruch in unserem Offensivspiel und die Schöneberger konnten auf 7:11 enteilen. Wir waren weiterhin zu pomadig und unentschlossen im Positionsangriff und fingen uns Konter um Konter. So stellten die Gäste absolut verdient bis zur Halbzeit auf 9:15. Ernüchterung.

Es war klar, dass etwas getan werden musste. Wir waren nicht gewillt, ein drittes Mal in Folge dem Gegner den Vortritt zu lassen und so besprachen wir noch einmal explizit unsere Schwierigkeiten. Zur Ansprache vor dem Spiel gab es keine Änderungen, denn alles was uns so hart in Abschnitt eins traf, wurde vor dem Spiel analysiert. Also gingen wir es noch einmal Detail für Detail durch. Die SG aus Schöneberg machte nämlich keine besonderen Dinge, sondern war uns einfach in der Konsequenz der eigenen Spielidee überlegen.

Die Halbzeitansprache schien, wie bereits im Spiel gegen BSV 92, Wunder gewirkt zu haben. Wir lagen zwar trotz drei gewonnener Bälle nach 35 Minuten weiterhin mit 10:16 im Rückstand, doch hier waren erste Ansätze von dem zu sehen, was in der Folge das Spiel drehen sollte. Bedingungsloser Einsatz in der Abwehr. Die Schöneberger wurden nun förmlich niedergekämpft und die aggressive und bewegliche Abwehr war fortan die Basis auf der man die Aufholjagd starten konnte. Ball um Ball wurde nun erspielt und was doch durchkam, konnte der nun starke Suchantke zumeist entschärfen. Auch im Angriff brachten wir die 5:1 Deckung nun in Bewegung und gingen mit Volldampf in unsere Auslösehandlungen und auf die Nahtstellen. So konnten wir mehrere Zeitstrafen ziehen, wobei wir in dieser Phase, das wollen wir nicht unter den Tisch kehren, auch den einen oder anderen 50:50 Pfiff auf unserer Seite hatten. Eventuell sogar manche 40:60 Pfiffe. Aber genau diese hatten wir uns in der ersten Halbzeit noch durch unser lapidares Auftreten verbaut. So dauerte es bis zur 50. Minute, ehe die nun kochende Eile das bekam, wonach alle lechzten: 20:20 unentschieden! Die fällige Auszeit der SG verpuffte und wir konnten sofort auf 22:20 weiterziehen. Die weiter kämpfenden Gäste konnten noch zweimal den Anschluss wieder herstellen (22:21, 23:22) und wir mussten die letzten 4 Minuten in Unterzahl verbringen, da nun die 40:60 Pfiffe zu unsere Ungunsten ausfielen. Doch das Team kämpfte hervorragend und konnte auch in der Manndeckung das entscheidende Tor zum 24:22 netzen und den Ball in der Abwehr noch einmal erkämpfen. Endstand 24:22. Erleichterung.

Mit einer gehörigen Portion Glück, aber auch einer mindestens genauso großen Portion Teamgeist, taktischem Geschick und Zusammenhalt konnte das Spiel noch gedreht werden. Wir haben wieder dazugelernt, schafften wir es doch, ungleich dem BSV 92 Spiel, nach einer Aufholjagd diesmal auch die entscheidenden Treffer zu setzen und die Führung zu erobern. Doch die zweite Halbzeit darf nicht den absolut schwachen Auftritt in Halbzeit eins vergessen machen. Es liegt weiterhin viel Arbeit vor uns und es kann und darf nicht zur Regel werden, dass wir erst mit großer Differenz in Rückstand liegen, bevor die besprochenen Dinge beherzigt werden. Es heißt jetzt weiter arbeiten und sich genauso akribisch auf die starken Mannen vom Polizei SV vorzubereiten. Das Team von Sami Schubert hat sich nach verpatztem Auftakt stabilisiert und zuletzt zwei Siege eingefahren. Es wird ein weiteres richtungsweisendes Spiel für uns in der noch frühen Saison werden. Das wir es können, haben wir uns am Sonntag selbst bewiesen. Es wird darum gehen, nun den nächsten Schritt zu machen und die Konstanz der eigenen Leistungen zu erhöhen, damit solch gute Halbzeiten, wie die erste Hälfte gegen Ajax und der zweite Abschnitt von gestern, über 60 Minuten gebracht werden. Nur dann haben wir auch eine Chance gegen den Rest der Liga.

Tor: Suchantke (1.-18.; 30.-60.), Wiegand (19.-30.)

Feld: Schubert (9/4), Löprick (6/3), Haude (3), Geißhardt (3), N. Wenzel (2), Basler (1), Teske, Zenker, Fröhlich, Fentz, T. Wentzel, Muth