Sieg im Fledermausland zum Saisonabschluss

Polizei SV – 1. Männer 27:34 (16:17)

Oder war es „Füchse-Town“, vielleicht doch die „Hennoch-Hölle“? Es war schon eine etwas spärlich besetzte Tribüne (ca. 70 Zuschauer), die dem Rahmen nicht gerecht wurde. Immerhin wurden verdiente Spieler des PSV verabschiedet, der außerdem noch um den dritten Rang in der Verbandsliga kämpfte. Unser am vergangenen Spieltag endgültig gesicherter Klassenerhalt lockte zum finalen Spiel noch einmal 25 Supporter an, denen ein unterhaltsames Spiel geboten wurde.

In der Kabine erklang relativ aggressive Musik, die der in den „Jungbrunnen gefallene“ Keeper ausgesucht hatte. Von einem „Hahnenkampf“ auf der Platte war zunächst jedoch wenig zu sehen. Der Gastgeber spielte erstaunlich emotionslos und verrannte sich wie im Hinspiel (30:21 für TuS) in Einzelaktionen, denen wir aus dem gebundenen Spiel antworten konnten. Bis zur zehnten Minute kassierte unsere sehr gute Deckung ganze 3 Treffer, die zweimal per Innenpfosten und mit einem Strafwurf überwunden werden konnte (3:7). Der Halbrechte des PSV, Fischer, zeigte nachfolgend etwas mehr „Freude an der Auseinandersetzung“, nachdem es in einem Privatduell mit Wenzel sen. zu ordentlichem Trash-Talk analog zur Kabinenmusik kam. Zwar blieben wir immer mit 2-3 Treffern (12:15/ 23. Minute) in Front, konnten in den letzten 5 Minuten unsere Möglichkeiten aber nicht mehr nutzen und Fischer jetzt noch mal netzen. Halbzeitstand: 16:17

Ähnlich eng war der Pausenstand im Hinspiel (13:13) auch und wurde nachfolgend gegen konditionell abbauende „Polizisten“ kontinuierlich ausgebaut. Entsprechend hoffnungsvoll gingen wir in die zweite Periode.

Obwohl unser Angriff darunter zu leiden hatte, dass der PSV jeweils den besten Individualisten unter Sonderbewachung stellte, überstand TuS diese spielerisch wenig geistreiche erste Phase der zweiten Hälfte, da Plotka ungeahnte Hüftwurfqualitäten entwickelte und Geßner das Tor gegen die Außenspieler des Gegners vernagelte (18:22). Der „Hahnenkampf“ endete für den Halbrechten PSVer dann nach einem Unteramschwinger gegen die Kehle von Basler in der 40. Minute mit einer glatten Disqualifikation, die er vielleicht schon 4 Minuten zuvor verdient gehabt hätte. Irgendwie war danach die letzte Energie aus dem Akku des Gastgebers gezogen. Nachfolgend waren Emotionen oder ein Aufbäumen kaum mehr zu sehen. Ein Trauerspiel einer einstigen Größe im Berliner Handball, dem wir nach dem 21:28 jedoch nie das „ominöse achte Tor“ folgen ließen, um nicht in Gefahr zu kommen, das Spiel noch zu verlieren. Danke, Plotka!

Acht Minuten vor dem Schlusspfiff (24:29) hätte vielleicht noch einmal ein Ruck durch die gegnerische Mannschaft gehen können – nein. Am Ende jubelten unsere Fans schon Minuten vor dem Schlusspfiff dem Ende einer nervenaufreibenden Saison und dem Endstand von 27:34 entgegen.

Fazit: Schließlich haben wir den achten Platz erreicht, wohl den ästhetischsten Handball gezeigt, den TuS Hellersdorf jemals gesehen hat, sind die drittbeste Offensivmannschaft, defensiv durch körperliche Unterlegenheit im Mittelfeld angesiedelt. Ohne nochmals darauf einzugehen, dass 3-4 Niederlagen bzw. Punktverluste nach teilweise hohen Führungen in dieser ausgeglichenen VL vielleicht sogar auf das Podium verhindert haben, zeigten wir heute, was den Unterschied ausmacht: Teamgeist! Und der lebt weiter. Einen ausfürhlichen Rückblick auf die Saison gibt es gesondert in Kürze!

Tor: Fehling (1.-22.), Geßner (22.-60.)

Feld: Odebrecht (10/2), Wenzel, N. (6), Schubert (4), Löprick (3), Geißhardt (3), Plotka (3), Fentz (2), Basler (2/1), Haude (1), Fröhlich, Wenzel, T., Muth (n.e.) – Coach: Oliver Ostwald