Trotz spielerischer Steigerung kein Punkt in Friedrichshain

Trotz spielerischer Steigerung kein Punkt in Friedrichshain

SG NARVA Berlin – TuS Hellersdorf 27:26 (14:10)

Ein ganz besonderes Spiel für Coach Ostwald (B-Jugend-Coach) und Keeper Fehling (Vereinsvorsitzender) sollte bei der SG NARVA anstehen. Wohl auch aufgrund dieser Konstellation fanden sich endlich mal wieder ca. 100 Zuschauer in der Gürtelstraße ein, die ein umkämpftes Match geboten bekamen. Vorweg: Die Begegnung hatte ganz sicher nicht das Niveau eines Duells im Abstiegskampf sondern gehobenes der Verbandsliga Berlin.

Allerdings starteten beide Teams gehemmt in die Partie. Die Torhüter Köhler und Fehling hielten den jeweiligen Kasten für über fünf Minuten sauber, eher es dem späteren Haupttorschützen der Friedrichshainer, Kretzer (10/4), vorbehalten war, mit einem glücklich verwandelten Strafwurf den Torreigen zu eröffnen. In der Folge verstand es NARVA besser, in die Gegenbewegung zu kommen und legte bis zum 5:3 vor. Dann zahlte sich die gute Hellersdorfer Defensive aber endlich aus, sodass in Verbindung mit der gestiegenen Effektivität im Angriif das 8:9 (20. Minute) erzielt werden konnte. Dann folgte allerdings der Knackpunkt der ersten Hälfte: In Überzahl wurden mehrfach die komplizierten Lösungen gesucht, die nicht von Erfolg gekrönt waren, sondern den Gastgeber diese Phase sogar mit 2:0 gewinnen ließen. Ein paar Minuten später hatte NARVA einen 5:0-Lauf hingelegt (13:9), in denen der 17-jährige Florian Riegler seinen ersten Treffer als Männerspieler erzielen konnte. Die restlichen Versuche des Nachwuchstalentes kontrollierte der mehr als doppelt so alte Schlussmann auf Hellersdorfer Seite jedoch wegen des noch zu eindimensionalen Wurfbildes. 13:10 – noch 20 Sekunden und Hellersdorf hatte den Ball. Wieder zu frühe und falsche Wurfentscheidung, Konter… 14:10 zur Pause.

Wir konnten uns defensiv im Verbund kaum Vorfürfe machen. Allein unsere Wurfwahl bzw. -ausbeute und die folgenden Gegenstöße hatten zum Rückstand geführt.

NARVA setzte zwar den ersten Treffer der zweiten Periode, fand fortan aber immer seltener den direkten Weg zum Tor und musste zusehen, wie eine jetzt flüssig kombinierende Gastmannschaft Tor um Tor aufholte, bevor beim 16:17 und Ballbesitz die Chance bestand, erstmals mit zwei Treffern in Führung zu gehen. Fast kongruent zu den Geschehnissen der ersten Hälfte sahen wir uns einem 1:5-Lauf ausgesetzt (21:18). „Hau-Ruck-Aktionen“ des „Handball-“ Patzlaff machten uns ebenso das Leben schwer wie unsere wieder aufkeimende Abschlussschwäche. Dennoch, und das ist der Mannschaft hoch anzurechnen, blieb man weiter diszipliniert, dampfte den Rückstand erneut zum Ausgleich (25:25) ein, war allerdings nach 59 Minuten (27:25) und einer hektisch vergebenen Möglichkeit klar auf der Verliererstraße. Ein völlig irrationaler Fehlpass erlaubte den Anschlusstreffer, dem ein weiterer Ballverlust folgte, da alle Anspielstationen zugestellt waren. Auszeit. Zwanzig Sekunden zu gehen. Stoßen um Stoßen folgte, aber die entscheidende Lücke wurde nicht genommen, sodass ein halbgarer Abschluss das insgesamt verdiente Unentschieden verhinderte.

Fazit: Das Traumergebnis des Verfassers (Remis), wollte leider nicht gelingen. ABER: Die gezeigte Leistung war eine der besten der Saison. Beide Mannschaften gehören ins obere Mittelfeld der VL und werden das demnächst mit Sicherheit untermauern. Achso: Die jungen Schiedsrichter Fedtke/Wienrich sorgten während der Partie für einigen Diskussionsstoff, machten jedoch weniger Fehler als alle direkt Beteiligten. „War grundsätzlich in Ordnung, aber….“ ist ja bekanntlich die höchste Auszeichnung als Referee.

Tor: Fehling (1.-60.), Charlet (ein 7m)
Feld: Plotka (9), Fröhlich (3), Schubert (3), Odebrecht (3), Kunz (3), Haude (3/1), Basler (2), Zenker (1), Wenzel, Simmat (n.e.), Zielinski (n.e.) – Coach: Ostwald